POLITIK
07/03/2016 06:38 CET | Aktualisiert 07/03/2016 10:31 CET

"Lieben, nicht Hessen": So bewegt der Wahlerfolg von AfD und NPD Deutschland

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  • AfD bei der Kommunalwahl in Hessen im zweistelligen Bereich

  • Politiker anderer Parteien reagieren besorgt

Der Erfolg kam völlig überraschend: Bei der hessischen Kommunalwahl hat die AfD nach ersten Zwischenergebnissen aus dem Stand heraus vielerorts zweistellige Resultate erzielt.

Eine Woche vor den Landtagswahlen in drei Bundesländern brachte es die rechtspopulistische Partei am Sonntag in Frankfurt nach Auszählung von 451 der 475 Wahlbezirke für das Trendergebnis aus dem Stand auf gut 10 Prozent. Die schwache Wahlbeteiligung von 37,3 Prozent spielte den Rechtspopulisten in die Hände.

Der Erfolg der AfD sorgte bei Politikern der anderen Parteien und in den sozialen Netzwerken für überwiegend entsetzte Reaktionen.

"Es ist sehr erschreckend"

Hessens SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel bezeichnete die deutlichen Stimmengewinne der AfD als sehr bedauerlich. Die Auseinandersetzung mit der Partei werde nun in den nächsten Jahren weitergehen.

Die Vizevorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Eva Högl, sagte am Montag dem ARD-Hauptstadtstudio: "Es ist sehr erschreckend." Högl sagte: "Wahlen sind zu wichtig, um Denkzettel zu verpassen, sondern es geht darum, unsere Gesellschaft, unsere Demokratie zu gestalten - und da verfolgt die AfD einen ganz unsäglichen Kurs."

Der hessische CDU-Generalsekretär Manfred Pentz sprach von "großer Sorge" und erklärte: "Der Protest ging auf Kosten der etablierten Parteien in Richtung AfD."

Dazu passend folgender, vielfach geteilter Tweet:

Ministerpräsident Volker Bouffier warnte davor, die Kommunalwahlen als Test für noch kommende Wahlen zu werten. Das sei sie "ganz sicherlich nicht", zitiert ihn die "FAZ".

Verständigung statt Anschuldigung?

Der Fuldaer AfD-Spitzenkandidat Martin Hohmann hingegen wertet den Erfolg der Rechtspopulisten bei der Kommunalwahl als Quittung für die Politik der großen Parteien. "Die Unzufriedenheit muss transportiert werden nach oben", sagte Hohmann, der früher CDU-Bundestagsabgeordneter war, am Sonntagabend im hr-Fernsehen.

Bei allen Analysen und Schuldzuweisungen sollte man letztlich aber vielleicht so angehen wie Micky Beisenherz. Der Moderator setzte nach dem starken Ergebnis der AfD nicht auf Anschuldigungen, sondern auf Verständigung:

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