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07/03/2016 06:24 CET | Aktualisiert 08/03/2017 06:12 CET

Jella Haase: "Ich bin schon einmal gestorben"

Jella Haase im "Tatort"
MDR/Andreas Wünschirs
Jella Haase im "Tatort"

Es war ein kurzer Auftritt von Jungstar Jella Haase (23). Die als Chantal aus bekannt gewordene Schauspielerin stirbt am Ende des neuen Dresden-"Tatorts" einen überraschenden und dramatischen Tod als aufstrebende Polizeianwärterin Maria Magdalena Mohr.

Im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news erklärt Haase, wie es dazu kommen konnte und warum sie sich noch zu jung für eine dauerhafte Rolle als Kommissarin fühlt.

Sind Sie persönlich eigentlich ein "Tatort"-Fan?

Jella Haase: Klar, ich bin damit aufgewachsen. Ich finde es eine schöne Tradition, wenn am Sonntag der berühmte Einspieler im Fernseher flimmert. Ich mag den "Tatort".

War oder ist es bei Ihnen zu Hause ein Ritual, sich mit der Familie am Sonntag um 20.15 Uhr vor dem Fernsehgerät einzufinden?

Haase: Solche Abende gab es natürlich auch. Aber es war bei uns nicht so, dass das eine feste Regel war.

Wie erklären Sie sich diesen generationenübergreifenden Erfolg der "Tatort"-Reihe?

Haase: Ich glaube, dass es in unserer schnelllebigen Zeit sehr wichtig ist, auch Dinge zu haben, die sich eben nicht verändern. Der "Tatort" ist ein Relikt, aber dennoch modern. Man fühlt sich damit verbunden und verwurzelt.

Wie war es, eine junge Polizistin zu spielen?

Das hat mir natürlich sehr großen Spaß gemacht. Gerade der Aspekt, dass die Magdalena so überambitioniert zu Werke geht. Ich kann mir gut vorstellen, dass junge Menschen in solch einem Job so ticken. Es war für mich persönlich eine sehr schöne Erfahrung.

Eine lange Karriere macht Magdalena nicht... Wie war es eigentlich für Sie, in einer riesigen Blutlache zu liegen und eine Leiche zu spielen?

Haase: Sehr anstrengend, vor allem weil man nicht atmen darf. Das Schlimme ist, dass man die Energie der Kollegen am Set spürt. Es ist ja eine sehr emotionale Situation, als mich die Kollegen dort finden. Es war sehr spannend.

Haben Sie zuvor schon einmal eine Leiche gespielt?

Haase: Ja, ich bin tatsächlich schon einmal gestorben - in der ZDF-Reihe "Kommissar Stolberg". Aber das ist schon sehr lange her.

Sind Sie traurig darüber, dass die Rolle so ein abruptes Ende nimmt?

Haase: Nein, eigentlich nicht. Die Entscheidung finde ich gut. Es ist total spannend für das Format. Eine Ermittlerin einzuführen, die dann aber doch nur einmal dabei ist. Das ist einschneidend für die Konstellation der Figuren. Ich bin gespannt, wie Alwaras, Karins und Martins Rollen in Zukunft damit umgehen werden.

Wären Sie gerne länger dabei gewesen?

Haase: Nein, ich fand einen einmaligen Auftritt einfach spannend, weil es für die Dresden-Reihe auch gut inszeniert ist. Ich mag Überraschungen und Dinge, mit denen man nicht rechnet.

Kommt für Sie später ein längeres "Tatort"-Engagement infrage?

Haase: Ja, warum denn nicht? Aber jetzt fühlt es sich einfach zu früh dafür an. Zum Glück bin ich ja noch jung! Da kann sich noch viel entwickeln.

Sie haben mit Alwara Höfels bereits in "Fack ju Göhte" zusammengespielt. Wie gut kennen Sie sich?

Haase: Ich bewundere Sie sehr. Sie ist eine Kollegin, von der ich menschlich immer sehr viel lerne. Es war eine intensive Zeit und ich bin sehr dankbar, dass sie an meiner Seite war.

Was sind Ihre nächsten Projekte?

Haase: Im Herbst kommen zwei Kinofilme mit mir, da ist aber schon alles abgedreht. Ansonsten gibt es da ganz viel in der Pipeline, aber es ist noch nichts fest. Vieles hat sich auch schon auf 2017 verschoben, weil es an der Finanzierung gehapert hat. Das passiert häufig. Es bleibt also spannend.

Es kann also sein, dass Sie den Sommer über hauptsächlich die Sonne genießen?

Haase: (lacht) Möglich! Aber manchmal geht es dann doch recht schnell und von heute auf morgen steh' ich doch wieder vor der Kamera.

Was sind generell Ihre Pläne? Mehr Kino oder Fernsehen?

Haase: Ach, das ist mir eigentlich egal. Wichtig ist nur, dass die Geschichten stimmen. Außerdem verwischt das immer mehr. Es gibt mittlerweile wirklich tolle und mutige TV-Produktionen, die mich sehr interessieren.

Kann man die Grenze überhaupt noch ziehen?

Haase: Nicht wirklich, Til Schweiger macht ja auch den "Tatort" und bringt den dann zurück ins Kino. Künstlerisch ist natürlich die große Leinwand immer noch toll. Das Fernsehen darf man aber nicht unterschätzen, außerdem hab ich da natürlich meine Wurzeln.

Sie gelten als einer der Shooting-Stars der jungen, deutschen Schauspielszene. Was hat sich in ihrem Leben seit "Fack ju Göhte" alles geändert?

Haase: Ich habe weniger Zeit für mein Privatleben, ansonsten aber eigentlich nicht viel. In meinem Freundeskreis ist es nichts Besonderes, dass ich Schauspielerin bin und das gefällt mir sehr.

Wie oft werden Sie eigentlich im echten Leben als naive Göre wahrgenommen, so wie ihre bekannteste Rolle der Chantal?

Haase: Eigentlich nie. Ich werde schon oft darauf angesprochen, aber die Menschen können meistens zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Ich mache da ausschließlich positive Erfahrungen.