NACHRICHTEN
07/03/2016 17:47 CET

Geheimdokumente entlarven deutsche IS-Kämpfer

Getty
IS-Geheimdokumente geleakt

  • Dem Bundeskriminalamt liegen tausende Dokumente des IS vor

  • Diese entlarven IS-Terroristen, die sich in Deutschland befinden

  • Sie könnten wesentlich für die Strafverfolgung der Terroristen sein

Ein Datenleck der Terrormiliz "Islamischer Staat" eröffnet dem Bundeskriminalamt aktuell höchstbrisante Informationen zu deutschen IS-Terroristen im Land. Das geht aus einem exklusiven Bericht der "Süddeutschen Zeitung" hervor.

Demnach liegen der SZ, NDR und WDR mehrere Dutzend als "geheim" eingestufte Dokumente des IS vor. Sowohl das Bundeskriminalamt, als auch die eingeweihten Medienhäuser schätzen das Material als authentisch ein.

Bei den vorliegenden Dokumenten handelt es sich wohl um sogenannte "Einreise-Befragungen", die bei der Rekrutierung neuer Kämpfer in Syrien durchgeführt und dokumentiert werden. Jeder Freiwillige muss dort der sogenannten General-Grenz-Verwaltung 23 Fragen beantworten.

Identifizierung deutscher Terroristen möglich

Name, Kampfname, vorheriger Wohnort, Informationen zu Schleusern, Angehörigen, Bürgen, religiöser Bildung und Dschihad-Erfahrung werden dort abgefragt, berichtet die "SZ" weiter. Zudem könnten Rekruten angeben, ob sie als Kämpfer oder Selbstmordattentäter eingesetzt werden wollten.

Die Unterlagen gelten aus zweierlei Gründen als großer Erfolg für die Behörden: Zum einen lassen sich auf Grundlage dieser Dokumente deutsche IS-Terroristen identifizieren.

Bisher war es schwer, Verdächtigen nachzuweisen, dass sie tatsächlich im IS aktiv waren. Die Dokumente bieten nun möglicherweise eine wichtige Quelle, um deutsche Terroristen strafrechtlich verfolgen zu können.

Des Weiteren könnten die Dokumente eine düstere Vermutung des US-Geheimdiensts bestätigen: So fand sich in einem Dokument die Notiz: "Wichtig. Hat chemische Kenntnisse", bezüglich des Neuzugangs eines Münchner Chemiestudenten – ein möglicher Hinweis darauf, dass der IS wie vermutet an der Herstellung von Chemiewaffen arbeitet.

Islamist Abdulkarim B. unter den Namen

Laut des Berichts der "SZ" findet sich in den Dokumenten unter anderem der Name des verdächtigen Frankfurter Islamists Abdulkarim B., dem man eine Verbindung zum IS bisher noch nicht nachweisen konnte. Laut dem IS-Einreisebogen schloss er sich der Terrororganisation im September 2013 an.

Ein weiterer bekannter Name soll sich in den Akten befinden: Der deutsche Islamist Christian Emde soll in einem Bogen unter dem Pseudonym "Bürge" auftauchen.

Auch auf HuffPost:

Star-Investor Soros warnt: Ein Mann ist noch gefährlicher für Europa als der IS

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.