POLITIK
07/03/2016 07:04 CET

Das ist das erste Pegida-Baby - und es macht uns Angst

Jeanny ist schwanger. Jeanny freut sich total. Jeanny freut sich so sehr, dass sie ihren runden Bauch sogar bei Facebook stolz präsentiert. Mit schwarz-rot-goldenem Bikini und einem kleinen Willkommens-Schriftzug auf dem Babybauch: "Pegida - Die nächste Generation."

pegida

Nun, man kann sich seine Mitbürger ja nicht aussuchen. Deswegen wollen wir uns jetzt auch gar nicht mit Schwarzmalerei aufhalten, sondern lieber ganz tatkräftig überlegen, was denn aus Mini-Pegida so werden könnte.

Wie wird der/die Kleine wohl heißen?

Was die Namenswahl angeht, drängen sich ein paar gute deutsche natürlich auf. Je nachdem, ob es ein Mädchen oder ein Junge wird, kämen Frauke oder Lutz prima in Frage.

Zwei Namen, die uns sofort an ein gewisses akademisches Mittelklasse-Milieu der 80er Jahre erinnern. Frauke und Lutz hatten Eltern, die selbstgemachte Salzteig-Schilder an der Haustür hängen hatten: "Hier wohnen die Bachmanns" - und darunter fünf kleine Strichmännchen.

Frauke und Lutz hatten Vollkornbrot und Apfelspalten für die Schulpause dabei und am Wochenende Fernsehverbot. Frauke und Lutz spielten Klavier und wenn Lutz etwas disziplinierter gewesen wäre, hätte er auch weiter zum Judo gehen können. Frauke wollte immer Goldschmiedin werden.

Frauke und Lutz waren immer total in Ordnung. Mal abgesehen von den beiden, die beschlossen, rechtspopulistische Hetzer zu werden. Wir sind also zuversichtlich.

Wie gut wird Frauke oder Lutz in Rechtschreibung sein?

Das ist eine sehr naheliegende Frage. Denn wir wissen aus empirischen Erfahrungen mit Tausenden von Facebook-Kommentaren, dass man einen Pegidisten in der Regel vor allem an einem Merkmal erkennt: Der Gleichgültigkeit gegenüber dem Unterschied zwischen "seid" und "seit."

Und da wir dem kleinen Pegida-Baby ein möglichst vorurteilsfreies Leben gönnen: Bitte, liebe Jeanny, bring's ihm bei. Oder eher: Schick es einfach in die Schule!

Wird das Pegida-Baby auch wirklich ein Pegida-Erwachsener?

Auch die Startbedingungen ins Leben können wir uns nicht aussuchen. Manche Menschen werden geboren in Krieg und Notstand und müssen auf Mitmenschlichkeit, Geduld und Güte hoffen, damit sie trotz erschwerter Bedingungen ein bisschen Glück, ein bisschen Zuversicht erfahren dürfen.

Bringen wir doch dem Pegida-Baby genau das entgegen. Dann besteht doch zumindest noch Hoffnung.

Anmerkung: Jeanny Waitschullis hat ihren Facebook-Post mittlerweile wieder gelöscht. Im Artikel seht ihr einen Screenshot des Original-Posts.

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