POLITIK
06/03/2016 15:44 CET | Aktualisiert 07/03/2016 04:48 CET

Wahlschock in Hessen: AfD erreicht aus dem Stand zweistelliges Ergebnis

  • AfD erreicht bei Kommunalwahlen in Hessen 13,2 Prozent

  • Die Wahlbeteiligung war in vielen Städten extrem niedrig

  • Die Wahl ist ein Stimmungstest vor den Landtagswahlen am 13. März

Es ist ein Erdrutsch-Ergebnis für die rechtskonservative Alternative für Deutschland (AfD).

Aus dem Stand erreichte die Partei 13,2 Prozent und wurde drittstärkste Kraft. Die Wahl galt als Stimmungstest vor den Landtagswahlen am kommenden Sonntag in Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt.

Die CDU wurde mit landesweit 28,2 Prozent stärkste Partei, knapp vor der SPD mit 28,0 Prozent. Sowohl SPD als auch CDU verloren Stimmen. Die CDU verliert im Vergleich zur letzten Kommunalwahl vor fünf Jahren 5,5 Prozentpunkte, die SPD 3,5 Punkte.

Besonders hart ist das Ergebnis für die Grünen. Sie verzeichnen mit einem landesweiten Minus von 6,7 Prozentpunkten den größten Verlust aller Parteien. Die Partei kommt auf 11,6 Prozent und landete somit hinter der AfD.

Dagegen erholte sich die FDP deutlich und bekam landesweit 6,3 Prozent der Stimmen (plus 2,4), die Linke lag bei 3,7 Prozent (plus 1,0).

Bei der Kommunalwahl werden zunächst nur die Stimmzettel ausgezählt, bei denen eine Liste angekreuzt wurde - daraus resultiert das Trendergebnis.

In Bad Karlshafen liegt die AfD vor SPD und CDU

Im nordhessischen Bad Karlshafen fuhr die rechtskonservative AfD ein besonders starkes Ergebnis ein. Dort kam sie auf 22,3 Prozent und lag damit vor der SPD und CDU. Die Sozialdemokraten kamen auf 22,1, die Konservativen auf 17,2 Prozent. Die meisten Stimmen erhielten die Freien Wähler mit 38,3 Prozent.

In Frankfurt brachte es die rechtskonservativ Partei nach Auszählung gut der Hälfte der Stimmen für das Trendergebnis aus dem Stand auf knapp 12 Prozent.

In der Stadtverordnetenversammlung in Hessens größter Stadt zeichnete sich am Sonntag das Ende der schwarz-grünen Koalition im Römer (Rathaus) nach zehn Jahren ab. CDU und SPD lagen mit rund 24 Prozent etwa gleichauf. Sehr starke Verluste müssen die Grünen hinnehmen, die bei rund 14 Prozent lagen (2011: 25,8 Prozent).

In Frankfurt muss Schwarz-Grün gehen

"Die jetzige Konstellation hat keine Mehrheit mehr", sagte Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD). Die Metropole meldete zugleich eine historisch niedrige Wahlbeteiligung. Nur 37,3 Prozent der Bürger gaben ihre Stimmen ab. Das waren rund fünf Prozentpunkte weniger als vor fünf Jahren.

In Wiesbaden steuerte die AfD am Sonntagabend darauf zu, drittstärkste Kraft in der Stadtverordnetenversammlung zu werden. Bei der Auszählung zum Trendergebnis kam die Partei nach Auswertung von 224 der 248 Wahlbezirke auf 16,2 Prozent und lag damit hinter SPD (24,3 Prozent) und CDU (23,2 Prozent). Im Wiesbadener Stadtparlament stellte bislang die CDU die größte Fraktion.

In Kassel kam die AfD nach dem Trendergebnis auf 12,2 Prozent. Stärkste Partei wurde die SPD mit 30,3 Prozent bleiben, gefolgt von CDU (20,6 Prozent) und Grünen (17,0 Prozent).

In Darmstadt war die AfD nach Auszählung von 104 der 117 Wahlbezirke viertstärkste Kraft. Mit klarem Abstand vorne lagen die Grünen mit 31,6, Prozent, gefolgt von der CDU (18,0 Prozent) und der SPD (14,8 Prozent). Beide Parteien verzeichneten demnach Verluste von mehr als sechs Prozentpunkten.


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