POLITIK
05/03/2016 10:51 CET | Aktualisiert 05/03/2016 17:45 CET

SPD-Politiker will Flüchtlinge in Schwimmbädern einsetzen

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  • Sexuelle Übergriffe in Schwimmbädern sorgen für Diskussionen

  • Ein SPD-Politiker macht nun einen Vorschlag, der starkes Signal ist

  • Er fordert: Flüchtlinge sollen in Schwimmbädern arbeiten

Sexuelle Übergriffe von Flüchtlingen in Schwimmbädern haben in den vergangenen Wochen immer wieder für Diskussionen gesorgt.

Ein Bad in der Schweiz wollte etwa nur noch drei Flüchtlinge gleichzeitig reinlassen. Und in Noderstedt nahe Hamburg sperrte man zeitweise die Rutsche für Männer.

Einen ganz anderen Weg geht jetzt der SPD-Bundestagsabgeordnete Marcus Held. In Worms, einer Stadt in seinem Wahlkreis, will er mit Flüchtlingen gegen den Fachkräfte- und Azubi-Mangel vorgehen. Darüber berichtete die "Wormser Zeitung".

Ein starkes Signal

„Integrationswillige Flüchtlinge sollen uns in den Bereichen auf dem Arbeitsmarkt helfen, in denen schon jetzt zu wenige Fachkräfte und Auszubildende zur Verfügung stehen“, schreibt der SPD-Politiker in einer Pressemitteilung.

Und weil in Schwimmbädern der Stadt Kräfte fehlen, könnten hier auch Flüchtlinge eingesetzt werden. Deutschlandweit fehlte laut Held etwa 5.000 Kräfte in Schwimmbädern.

Das ist ein starkes Signal in einer Zeit, in der sich die Zahl der sexuellen Übergriffe auf Frauen in Schwimmbädern scheinbar häufen. Allein in den vergangenen acht Wochen kam es zu sexuellen Belästigungen in Schwimmbädern unter anderem in München, Hannover, Zwickau, Hachenburg, Straubing, Steinfurt, Aurich, Delmenhorst.

Es scheint gerade so, als würden Frauen in Deutschland pauschal von Flüchtlingen zu Freiwild gemacht.

Natürlich ist das völliger Quatsch. Wer mit Schwimmbadbetreibern in ganz Deutschland spricht, hört fast unisono die Antwort, dass es bei ihnen keine Probleme mit Übergriffen durch Flüchtlinge gebe. Es handelt sich bei den Fällen um Ausnahmen und nicht um die Regel.

Ausnahme, nicht die Regel

Betreiber von Schwimmbädern in elf Städten bestätigten der Huffington Post, dass es bei ihnen keine Zunahme von sexuellen Übergriffen in den vergangenen Monaten gegeben habe.

So lag die Zahl der gemeldeten Sexualdelikte in den Münchner Bädern bei 19 in den Jahren 2013 und 2015 und bei 12 im Jahr 2014. Hinzu kommen pro Jahr und 10 "Beleidigungen auf sexueller Grundlage".

Wie ein Sprecher gegenüber der Huffington Post sagte, verzeichnen die einzelnen Bäder in München derzeit "keine Zunahme von Auseinandersetzungen oder Übergriffen".