POLITIK
05/03/2016 03:46 CET

Geheimbericht der Nato: Russland kämpft in Syrien effektiver als die US-Allianz

Geheimbericht der Nato nennt Russlands Syrien-Angriffe "präzise und effektiv"
dpa
Geheimbericht der Nato nennt Russlands Syrien-Angriffe "präzise und effektiv"

  • Die Nato bescheinigt Russland im Kampf in Syrien effektive Arbeit

Grund für den Erfolg sei die Häufigkeit des Beschusses

Russlands Militär hat sich Respekt von höchst unerwarteter Seite erbombt: der Nato.

Das westliche Militärbündnis hat der in Syrien eingesetzten russischen Luftwaffe ein hohes Maß an Professionalität bescheinigt. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Focus“ unter Berufung auf eine vertrauliche Nato-Analyse aus Brüssel.

Russland hat weniger Flieger im Einsatz als die Allianz

Obwohl die Kampfflugzeuge der russischen Streitkräfte der nordatlantischen Allianz zahlenmäßig unterlegen seien, erzielten die Kreml-Piloten bei Einsätzen gegen das Terror-Netzwerk IS und andere Rebellengruppen insgesamt eine größere Wirkung. Die Luftschläge seien „präzise und effizient“.

Grund dafür sei die höhere Frequenz der russischen Luftangriffe, zitiert „Focus“ aus dem Geheimpapier. Demnach flogen rund 40 der bei Latakia stationierten russischen Kampfjets zuletzt bis zu 75 Einsätze pro Tag. Die Nato-Flotte mit insgesamt 180 Maschinen griff täglich lediglich 20 Ziele am Boden an.

Hunderte zivile Opfer

Als Lob sollte man die Analyse aber nicht verstehen. Russlands Luftangriffe in Syrien sind höchst umstritten.

Einerseits, weil laut Menschenrechtsorganisationen und Aktivisten seit September dabei mehr als 1700 Zivilisten dabei umkamen, darunter über 400 Kinder . Es gibt sogar bislang unbestätigte Vorwürfe, Russland könnte Phosphorbomben über Syrien abgeworfen haben.

Andererseits, weil offenbar oberstes Ziel nicht der Kampf gegen den Islamischen Staat (IS), sondern Rückendeckung für Machthaber Baschar al-Assad ist. Laut Nato galten bislang nur 20 Prozent der russischen Angriffe der terroristischen IS-Miliz. Die übrigen Attacken richteten sich gegen Anti-Assad-Milizen, von denen einige vom Westen unterstützt werden.

Bei der Zielerfassung greifen die Kreml-Piloten laut „Focus“ auf die syrische Luftbild-Aufklärung zurück. Zudem markierten russische Spezialeinheiten und Spione vor Ort strategisch wichtige Einrichtungen.

Deutschland späht aus der Luft ebenfalls Ziele in Syrien aus. Allerdings werden die Erkenntnisse nicht an Russland, sondern zum Beispiel an die USA weitergeleitet.

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