WIRTSCHAFT
04/03/2016 07:23 CET | Aktualisiert 04/03/2016 10:32 CET

Aldi Süd will keine Mineralöl-Reste in Lebensmitteln

Aldi Süd will keine Mineralöl-Spuren in Lebensmitteln mehr
Getty
Aldi Süd will keine Mineralöl-Spuren in Lebensmitteln mehr

  • Aromatische Mineralöle sollen Krebs auslösen

  • Aldi Süd will diese nicht mehr in Lebensmitteln haben

  • Foodwatch: Andere Ketten sollen sich ein Beispiel nehmen

Alle Lebensmittel, die als Eigenmarke von Aldi Süd verkauft werden, müssen in Zukunft frei von gefährlichen Mineralölverunreinigungen sein. Das hat der Discounter schriftlich von seinen Zulieferbetrieben verlangt.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch hat das Schreiben nun veröffentlicht.

Dort heißt es: "Aldi Süd hat das Ziel, dass bei den Eigenmarken des Food-Sortimentes keine Mineralölbestandteile im Lebensmittel nachweisbar sind. Aus diesem Grunde fordern wir Sie auf, Maßnahmen zu ergreifen, welche die Einhaltung dieser Vorgabe im Lebensmittel bis zum Ende des MHDs, bzw. bei frischem Obst und Gemüse bis zum erwarteten Zeitpunkt des Verzehrs, sicherstellen."

Mineralölbestandteile können Krebs auslösen

Das bedeutet, dass letztlich der Discounter seine Vertragspartner in die Pflicht nimmt. Diese sollten sich nun also überlegen, wie Kunden bis zum Ende der Mindesthaltbarkeit ihr Essen und Trinken genießen können - und zwar auch frei von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH).

Diese können Krebs auslösen und das Erbgut schädigen. Darauf weisen Institutionen wie die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde (EFSA) und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin.

Im Rahmen der Produktion und durch Verpackungsmaterialien gelangen diese Stoffe an Lebensmittel und verunreinigen sie. Einen gesetzlichen Grenzwert für MOAH in Lebensmitteln gibt es zwar nicht, jedoch sind sie in Lebensmitteln generell "unerwünscht".

Aldi Süd will Maßnahmen kontrollieren

Matthias Wolfschmidt, stellvertretender Geschäftsführer von Foodwatch, formuliert es deutlicher: "Krebsauslösende und erbgutschädigende Mineralölbestandteile in Lebensmitteln sind inakzeptabel - und sie sind technisch vermeidbar."

Das sieht Aldi Süd wohl genauso. Der Discounter will daher auch die Umsetzung der Maßnahmen dem Schreiben zufolge "prüfen und bei zukünftigen Kaufentscheidungen berücksichtigen". Das teilte Foodwatch mit und fordert, dass auch andere Discounter und Supermärkte dem Beispiel folgen sollen.

Denn immer wieder werden bei Test Mineralölbestandteile in Lebensmitteln gefunden. In den vergangenen Monaten hatte zum Beispiel das Bayerische Landesgesundheitsamt diese in Adventskalendern festgestellt und auch in Kosmetikprodukten. Zudem wurde aus einem vergleichbaren Grund der Verkauf einer Pfeffer-Sorte von "Lafer. Lecker. Leben" (die Marke von Johann Lafer) gestoppt.

Auch auf HuffPost:

Extreme Veränderung: Aldi will besseres Image und mehr Service

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.