POLITIK
03/03/2016 05:35 CET | Aktualisiert 03/03/2016 08:26 CET

Nato-General warnt: "Der IS wuchert wie ein Krebsgeschwür"

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  • Nato-General Philip Breedlove warnt vor wachsender Terrorgefahr in Europa.

  • Russland und Assad würden Flüchtlingskrise missbrauchen, um Europa zu spalten.

  • Wachsende Opposition der Nationalisten birgt Gewaltpotenzial.

Der Nato-Oberbefehlshaber Philip Breedlove hat vor einer wachsenden Terrorgefahr in Europa gewarnt. Unter die Migranten, die in Europa Zuflucht suchen, hätten sich auch Kriminelle, Terroristen und ausländische Kämpfer gemischt.

Der Terror nehme derzeit den Weg des geringsten Widerstands, warnte der General vor Reportern im US-Innenministerium: „Der IS oder Daesh wuchert wie ein Krebsgeschwür.“ In der derzeitigen Situation sieht Breedlove eine Bedrohung für Europa, aber auch für die USA.

Russland und Assad wollen Europa spalten

Scharfe Kritik übte der General am militärischen Eingreifen Russlands an der Seite des Syrischen Präsident Bashar Assad. Russland habe trotz seiner Ankündigungen wenig gegen den IS unternommen.

Stattdessen, erklärte Breedlove, sei Assad gestärkt und die Gefahr durch den IS "wesentlich verschärft" worden. Und noch mehr: Russland und Assad würden die Flüchtlingskrise als Waffe missbrauchen, um Europa zu spalten.

Neben den Gefahren, die vom Terrorismus ausgehen, warnt Breedlove vor dem wachsenden Widerstand von Nationalisten in Europa. Angesichts der steigenden Zahl an Flüchtlingen in Europa könne das zu Gewalttaten führen.

286 Hinweise auf Terrorverdacht in Deutschland

In Deutschland stehen mehrere hundert Menschen unter Terrorverdacht. Laut einem Bericht der "Bild" sind bislang 286 Hinweise bei deutschen Sicherheitsbehörden eingegangen. Laut Auskunft des Bundesinnenministeriums führen die Behörden in Bund und Ländern derzeit in 27 Fällen Ermittlungsverfahren.

Nach den Terroranschlägen in Paris hatte Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen bereits davor gewarnt, dass der IS den Flüchtlingsstrom missbrauchen könnte. Salafisten und andere Islamisten befänden sich in Deutschland derzeit in einer „Goldgräberstimmung”.

Wachsender Fremdenhass im Sinne des IS

Ganz im Sinne des IS dürfte der wachsende Fremdenhass sein, der in Deutschland weiter um sich schlägt. Angesichts der zunehmenden Zahl rechtsradikaler Gewalttaten gegen Flüchtlinge hat Maaßen auch an dieser Stelle angemahnt, dass Menschenleben auf dem Spiel stehen.

"Wir sehen, dass diese Agitation, das unterschwellige Loben von Gewalttaten, dazu beiträgt, weitere Gewaltmaßnahmen anzufeuern. Wir haben die Sorge, dass nicht nur Asylbewerberheime, sondern, dass irgendwann auch mal Menschen zu Schaden kommen.", sagte Maaßen vor einigen Monaten im "Report Mainz".

Mit Material der AP

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