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03/03/2016 16:40 CET | Aktualisiert 03/03/2016 18:59 CET

Maßnahme gegen Umweltverschmutzung: Mailand bezahlt Bürger fürs Fahrradfahren

Amos Chapple via Getty Images
Diese Stadt bezahlt Menschen für etwas, das eigentlich ganz alltäglich ist

  • Die Stadt Mailand geht das Problem der steigenden Luftverschmutzung an
  • Bürger sollen in Zukunft dafür bezahlt werden, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren
  • Andere europäische Städte haben bereits ähnliche Initiativen

Viele europäische Großstädte haben mit einer hohen Smog-Belastung zu kämpfen. Mailand zählt etwa seit Jahren zu den am stärksten verpesteten Städten des Kontinents.

Im vergangenen Dezember griff die italienische Stadt daher zu drastischen Maßnahmen: Drei Tage lang verbot sie ihren Einwohnern das Autofahren. Eine Maßnahme aus Verlegenheit – denn nachhaltig war das temporäre Verbot nicht.

Jetzt hat die Stadt ein viel weitsichtigeres Projekt angestoßen: Sie will jedem, der mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, eine Geldprämie zahlen. Insgesamt 35 Millionen Euro plant die Stadt zu investieren, damit die Einwohner ihre Autos in Zukunft häufiger stehen lassen.

Umweltschutz per App

Wie hoch die Prämie für den einzelnen Fahrradfahrer am Ende seien wird, ist noch nicht bekannt. Ebenso wenig, wie die Pendler nachweisen sollen, dass sie mit dem Rad unterwegs waren. Im Gespräch ist eine App, die die Geschwindigkeit des Fahrenden erkennt.

Das Problem: Beim dichten Mailänder Verkehr ist es nicht ausgeschlossen, dass Fahrradfahrer sich sogar schneller von A nach B bewegen als Autofahrer. Dass die App ableiten kann, mit welchem Verkehrsmittel sich der Mailänder bewegt, ist also schwierig.

Auch andere Länder treten in die Pedale

Dennoch wäre das Mailänder Projekt ein wichtiger Schritt in eine nachhaltigere Zukunft. Besonders aufgrund des trockenen Wetters ist die Schadstoffbelastung in Italien seit Jahren ein großes Problem. Im Jahr 2012 starben landesweit 84.400 Menschen an den Folgen von Feinstaub, Stickoxiden und Ozon.

Auch in England gibt es bereits ähnliche Bestrebungen: Seit 1999 können Arbeitgeber, die ihren Angestellten Fahrräder für den Arbeitsweg bereit stellen, diese von der Steuer absetzen. „Cyle to Work Scheme“ nennt sich diese Initiative.

Die europaweite Initiative "Bike 2 Work“ setzt sich mit einer ganzen Reihe von Kampagnen für einen nachhaltigeren Berufsverkehr ein.

In Deutschland unterstützt sie unter anderem das von AOK und Allgemeinem Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) initiierte Projekt "Mit dem Rad zur Arbeit“, bei dem Teilnehmer ihre zurückgelegten Kilometer online in einer Datenbank eintragen können und so zahlreiche Preise gewinnen können.

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