POLITIK
02/03/2016 10:32 CET | Aktualisiert 02/03/2016 14:06 CET

Drogen-Vorwurf gegen Volker Beck: Grünenpolitiker legt alle Ämter nieder

Der Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist am Dienstag in Berlin mit Drogen erwischt worden. Das berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf einen Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft.

Laut dem Bericht ist der Grünen-Politiker gegen 23 Uhr in Berlin-Schöneberg von der Polizei kontrolliert worden. Die Beamten hätten 0,6 Gramm einer "betäubungsmittelsuspekten Substanz" bei Beck gefunden. Laut "Bild" soll es sich dabei um die Modedroge Crystal Meth gehandelt haben.

Nachricht verbreitet sich auf Twitter

Bei Facebook teilte Beck mit, er wolle alle Ämter niederlegen. "Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der deutsch-israelischen Parlamentariergruppe, die mir die Fraktion verliehen hat, der Fraktion zur Verfügung“, schreibt der Bundestagsabgeordnete in dem Beitrag.

Zudem machte er eine wichtige Ergänzung: "Ich habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten. Zu den gegen mich erhobenen Vorwürfen wird mein Anwalt zu gegebener Zeit eine Erklärung gegenüber der Staatsanwaltschaft abgeben. Ich werde mich dazu öffentlich nicht einlassen.“

Hiermit stelle ich meine Ämter als innen- und religionspolitischer Sprecher meiner Fraktion und Vorsitzender der...

Posted by Volker Beck on Mittwoch, 2. März 2016


Die Huffington Post konnte ihn für eine Stellungnahme am Nachmittag nicht erreichen.

Im Netz verbreitete sich die Nachricht in Sekundenschnelle, vor allem bei Twitter, wo Beck stets ein streitbarer Gesprächspartner ist. Ein Nutzer schreibt:

Einer der wenigen prominenten Einzelfälle - und doch zeigt der Vorfall, wie verbreitet Crystal in unserer Gesellschaft ist. Das hat kürzlich erst der Drogenbericht der Bundesregierung gezeigt: Demnach weise der Konsum von Crystal Meth in Deutschland in den vergangenen Jahren „höchste Steigerungsraten” auf.

Crystal-Meth-Konsum steigt um 14 Prozent

Krass gestiegen ist die Nachfrage offenbar im Einzugsgebiet der tschechischen Grenze. Aus Tschechien stammt besonders viel Crystal Meth. In den Drogenberatungsstellen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet machten die Hilfe suchenden „Crystal“-Konsumenten „zwischen 50 und 70 Prozent” der gesamten Klientel aus, heißt es in dem Bericht.

Das Land Sachsen etwa macht aus diesem Grund mit einer speziellen Kampagne gegen den Konsum von Crystal Meth mobil. „Leg dich nicht mit Crystal an” heißt der Slogan.

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