LIFESTYLE
02/03/2016 11:02 CET | Aktualisiert 02/03/2016 12:29 CET

Studie: Schlafmangel macht uns hungrig - das ist der Grund

Gary Houlder via Getty Images
Schlafmangel wirkt wie Cannabis

  • Neue US-Studie zum Zusammenhang Übermüdung und Hunger
  • Es gibt ein körpereigenes Hormon, das wie Cannabis wirkt
  • Wenig Schlaf führt daher zu großem Hunger

Wenig Schlaf, großer Hunger. Das hat der eine oder andere schon am eigenen Körper erlebt. Zum Beispiel wenn das große Projekt endlich fertig werden soll, wachst ihr nicht nur über euch hinaus - sondern auch gerne in die Breite. Denn in Phasen wie diesen sind Süßes, Fast Food und Chips plötzlich das, was ihr unbedingt essen wollt.

Und das ist mehr als eine Marotte von euch: Verschiedene Studien haben diesen Zusammenhang zwischen Schlaf- und Essverhalten sogar bereits nahegelegt. So kann Schlafmangel dickmachen.

Durch die Übermüdung kommt nämlich unser Hormonsystem durcheinander: Der Ghrelin-Spiegel steigt - wir werden hungrig. Zeitgleich sinkt die Konzentration von Leptin, wodurch wir deutlich langsamer satt werden. Das berichtet das österreichische Wissensportal "science.ORF.at".

Schlafexperiment der Universität Chicago

Doch das ist nicht alles. Das hat jetzt eine Studie der Universität Chicago aufgezeigt: 14 junge gesunde Erwachsene haben zunächst vier Tage lang in einem Forschungszentrum täglich achteinhalb Stunden geschlafen und drei Mahlzeiten am Tag zu sich genommen. Das berichtet das Wissensmagazin "Spektrum".

Im Rahmen dessen haben die Forscher 24-Stunden-Profile unter anderem für den Konzentrationszyklus des Hormons 2-Arachidonylglycerol (2-AG) erstellt. Dieser körpereigene Stoff wirkt ähnlich wie Cannabis und verringert dem ORF-Bericht zufolge zum Beispiel das Schmerzempfinden und die Beweglichkeit.

Zugleich wurde in dem Schlafexperiment der Hunger, der Appetit und die tatsächliche Nahrungsaufnahme der Teilnehmer (unter kontrollierten Bedingungen) erfasst.

Darum wirkt Schlafmangel wie Kiffen

So auch bei dem zweiten viertägigen Aufenthalt der Probanden. Dieses Mal durften die Probanden jedoch nur noch viereinhalb Stunden schlafen. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin für Schlafforschung "Sleep" erschienen.

Es zeigte sich: Chronischer Schlafmangel bringt auch das Hormon 2-Arachidonylglycerol (2-AG) aus dem Takt. Der Peak des Hormonspiegels verschiebt sich bei zu wenig Schlaf nach hinten. Zudem fällt er nicht wie sonst nachmittags ab, sondern bleibt dem Wissensmagazin zufolge bis abends auf einem hohen Niveau.

Und damit steigt wohl auch die Lust auf Ungesundes, wenn der Schlaf fehlt. Die übermüdeten Erwachsenen konnten während des Experiments sich kaum zurückhalten, wenn ihnen Snacks dargeboten wurden. Im Schnitt nahmen sie 300 Kalorien mehr zu sich, als wenn sie ausgeschlafen waren.

Übermüdet isst man 300 Kalorien mehr

"Unter Schlafentzug wird die Genusssucht nach bestimmten tröstlichen Nahrungsmitteln stärker und die Fähigkeit, diesen zu widerstehen, ist anscheinend geschwächt. So isst man automatisch mehr", erklärt der US-Forscher Erin Hanlon laut des ORF-Berichts.

Das verwundert nicht, wenn ihr euch noch einmal bewusst macht: Das Hormon wirkt wie Cannabinoide in der Hanfpflanze. Ist der Spiegel also aufgrund des Schlafmangels erhöht, kommt der Heißhunger - wie nach dem Kiffen.

Das Problem ist: Subjektiv kostet das lange Wachsein zwar viel Kraft. Effektiv verbraucht ihr aber dem österreichischen Nachrichtenportal zufolge je durchwachter Stunde lediglich 17 Kalorien mehr als sonst.

Auch auf HuffPost:

Video:Nie wieder Schlafstörungen: 4-7-8: Mit diesem Trick schlafen Sie in 60 Sekunden ein

Was Superfoods für die Gesundheit tun können:

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.