POLITIK
02/03/2016 22:59 CET | Aktualisiert 03/03/2016 11:58 CET

Österreichs Außenminister: "Merkels Grenzöffnung war ein schwerer Fehler"

  • Österreichs Außenminister bezeichnet Merkels Grenzöffnung im September 2015 als "schweren Fehler".
  • Er fordert, mehr Druck auf Griechenland auszuüben, um eine bessere Versorgung der Flüchtlinge zu erreichen.

Trotz aller Kritik an der Sperrung der Balkanroute für Flüchtlinge und der begrenzten Aufnahme von Asylbewerbern besteht Österreichs Außenminister Sebastian Kurz weiter auf dem Ende der Politik des "Durchwinkens". Er sagte der "Süddeutschen Zeitung" vom Donnerstag, es könne nicht sein, "dass die, die es bis nach Griechenland schaffen, automatisch weiterreisen dürfen".

Die Öffnung der Grenzen im Sommer 2015 für Migranten auf dem Weg nach Mitteleuropa sei ein "schwerer Fehler" gewesen, der nun schnellstens korrigiert werden müsse, sagte Kurz.

Mehr Druck auf Athen

Angesichts der dramatischen Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze hat Österreichs Außenminister mehr Druck auf Athen gefordert, damit die Flüchtlinge in den Registrierungszentren dort besser versorgt werden.

"Wir arbeiten daran, dass Griechenland mit EU-Hilfe Hotspots baut, um dort die Menschen zu versorgen - und machen Druck, weil das nicht passiert", sagte er.

Demonstration von Flüchtlingen ist "absurd"

Als "absurd" bezeichnete er, dass Migranten an der Grenze zu Mazedonien demonstrierten, um von einem EU-Land in ein Nicht-EU-Land zu kommen.

"Wir müssen doch ehrlich aussprechen, dass es hier nicht um die Suche nach Schutz geht, sondern um die Suche nach einer besseren ökonomischen Zukunft. Das ist menschlich verständlich, aber wir können das nicht bieten."

Merkels Türkei-Abkommen "moralisch nicht hochwertiger" als Balkan-Blockade

Zwar strebe auch Wien eine europäische Lösung gemeinsam mit der Türkei an, versicherte Kurz. Doch er warnte davor, sich davon weniger schreckliche Bilder zu erwarten als jene, die derzeit von der mazedonisch-griechischen Grenze kämen.

Es sei "moralisch nicht hochwertiger", wenn die Flüchtlinge in der Türkei statt in Griechenland oder Mazedonien aufgehalten würden.

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