WIRTSCHAFT
02/03/2016 17:22 CET | Aktualisiert 02/03/2016 17:38 CET

Nach Schlägerei: McDonald's verbannt Jugendliche unter 18 Jahren aus Filialen in England

LOS ANGELES, CA - FEBRUARY 15:  A general view of atmosphere at McDonald's All Day Breakfast bar at the 58th Grammy Awards on February 15, 2016 in Los Angeles, California.  (Photo by Vivien Killilea/Getty Images)
Vivien Killilea via Getty Images
LOS ANGELES, CA - FEBRUARY 15: A general view of atmosphere at McDonald's All Day Breakfast bar at the 58th Grammy Awards on February 15, 2016 in Los Angeles, California. (Photo by Vivien Killilea/Getty Images)

  • McDonald's verbannt Jugendliche unter 18 Jahren aus einigen Filialen in Großbritannien
  • Auch KFC hat diese Entscheidung getroffen
  • Grund sind Streitigkeiten zwischen jungen Leuten in einer Stadt in Nordengland

Es ist eine Entscheidung, die für Kontroversen sorgt: Die Fast-Food-Ketten McDonald’s und KFC verbannen in Großbritannien Kunden unter 18 Jahren aus einigen ihrer Filialen.

Die Jugendlichen dürfen dort zwar noch Essen bestellen, es aber nicht im Fast-Food-Lokal verzehren. Wenn kein Erwachsener dabei ist, müssen sie das Essen mitnehmen.

Die Unternehmen entschieden sich zu dem Schritt, nachdem es einige Woche zuvor in Stoke-on-Tent im Norden Englands vor einer McDonald’s-Filiale zu einer Schlägerei zwischen Jugendlichen gekommen war. Rund 20 Teenager gerieten vor dem Lokal in einen Streit und gingen aufeinander los. Acht von ihnen wurden verhaftet, die Polizei stellte zwei Luftgewehre sicher.

Entscheidung sorgt bei vielen für Unverständnis

Laut dem “Telegraph” war die Prügelei nur eine von vielen derartigen Zwischenfällen, die sich in der Stadt in der letzten Zeit ereigneten.

Die Entscheidung der beiden Fast-Food-Konzerne sorgt bei vielen Engländern für Unverständnis. Die Huffington Post UK berichtet, viele bezeichneten den Schritt als “rücksichtlos”. Das Verbot stelle die junge Arbeiterschicht in England unter Generalverdacht, heißt es.

Georgia Rigg von der Jugendorganisation Reclaim Project hält die Entscheidung für falsch. Sie sagte der HuffPost UK, viele Jugendlichen wüssten jetzt nicht mehr, wo sie sich aufhalten sollten. “Fast-Food-Lokale sind für Jugendliche leicht zugänglich: sie sind warm, billig und es gibt dort WLAN. Viele unserer Jugendlichen gehen dort nach der Schule hin, um mit Freunden zu ratschen, eine Kleinigkeit zu essen oder ihre Hausaufgaben zu machen.”

Heftige Diskussionen auf Twitter

Alle unter 18-Jährigen pauschal zu verbannen, sei rücksichtslos, kritisierte Rigg. “Junge Leute dürfen in die Läden kommen um etwas zu kaufen, aber dann müssen sie sofort das Lokal verlassen. Das ist dreist”, sagte sie der Zeitung. Es gebe für die Jugendlichen bald keine öffentlichen Orte mehr, an denen sie sich aufhalten könnten und an denen es sicher sei.

Auf Twitter hat das Verbot bereits heftige Diskussionen ausgelöst.

“Wenn Jugendliche sich prügeln, dann verbannt sie als Individuen. Bestraft nicht eine ganze Generation”, schrieb eine Nutzerin.

Ein anderer User fragt sich, ob zukünftig jeder bei McDonald’s nach dem Ausweis gefragt werde.

Der 17-jährige Owen Winter, Mitglied in Großbritanniens Jugendparlament, bezeichnete die Entscheidung gegenüber der HuffPost UK sogar als Diskriminierung.Er teile Riggs Sorge. "Junge Leute werden bereits gezwungen, zuhause zu bleiben oder sich die Zeit auf der Straße zu vertreiben. Sie aus den Lokalen zu verbannen, hilft nicht", sagte er der Zeitung.

Außerdem sei es diskriminierend, weil die meisten Jugendlichen gar keine Probleme machten. Fast-Food-Ketten könnten ohnehin jeden, der für Stress sorge, aus dem Lokal werfen.

"Vorübergehende Maßnahmen" ergriffen

McDonald’s selbst bestreitet, eine solche Regelung gegenüber Unter-18-Jährigen eingeführt zu haben. Das Unternehmen habe allerdings in einigen Filialen schlechte Erfahrungen gemacht, weshalb nun “vorübergehende Maßnahmen” ergriffen worden seien, bestätigte der Konzern der Zeitung.

KFC wiederum bezeichnet den Schritt als "letzte Möglichkeit", um Mitarbeiter vor Gewalt zu schützen. Allerdings haben laut eines Sprechers nur drei Prozent der Filialen in Großbritannien diese Regelung bisher auch tatsächlich umgesetzt.

Dieser Text erschien ursprünglich in der Huffington Post UK und wurde in von Alexandra Polic und Lea Kosch aus dem Englischen übersetzt und bearbeitet.

Auch auf HuffPost:

Eskalation am Drive-in: Frau zieht McDonalds-Mitarbeiterin an den Haaren aus dem Drive-in-Schalter

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.