POLITIK
02/03/2016 06:58 CET | Aktualisiert 03/03/2016 07:33 CET

Österreichs größte Tageszeitung beleidigt Angela Merkel

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Angela Merkel wird von einer österreichischen Zeitung heftig kritisiert

  • Österreichische Tageszeitung attackiert Merkel

  • Der Kommentar zeigt, wie schlecht das deutsch-österreichische Verhältnis ist

  • Die Kritik: Deutschland überlasse die Drecksarbeit anderen Ländern

Unter erzkonservativen Wählern ist der österreichische Journalist Richard Schmitt ein Star. Er arbeitet für die "Kronen Zeitung", dem größten und einflussreichsten Blatt in Österreich. Schmitt ist in Österreich schon länger als Scharfmacher bekannt und sorgt mit flüchtlingskritischen (und frauenfeindlichen) Kommentaren immer wieder für Diskussionen.

Jetzt teilt Schmitt gegen Deutschland aus. Die Stimmung in unserem Nachbarland wendet sich derzeit immer mehr gegen die Flüchtlinge - und viele sehen Deutschland als einen Mitauslöser der Krise.

In einem kürzlich erschienenen Kommentar für die "Krone" schreibt Schmitt an die Adresse Deutschlands:

"Startet doch eine "Luftbrücke der Herzen" und schickt die fettesten Jets eurer Lufthansa-Flotte nach Athen und Istanbul, holt die ehrlichen und die etwas weniger ehrlichen Asylwerber in Griechenland und in der Türkei ab... Bei nur fünf Flügen pro Tag hättet Ihr dann binnen eines Jahres die Million Flüchtlinge, die Ihr ja noch aufnehmen möchtet."

Es ist ein Kommentar mit vergifteter Ironie.

Verhältnis zwischen Deutschland und Österreich ist vergiftet

Schmitt kritisiert, dass Deutschland durch seine Politik der offenen Grenzen die Drecksarbeit den Ländern entlang der Balkanroute und Österreich überlässt. Er beschuldigt Deutschland, den Nachbarn Österreich in die Rolle des "bösen Türstehers am Eingang eures Asyl-Multikulti-Schlaraffenlandes" zu drängen.

Das müsse nicht sein, schreibt Schmitt.

Denn wenn Deutschland die Flüchtlinge direkt per Flugzeug ins Land holen würde, dann winke der Kanzlerin "vielleicht doch noch der Friedensnobelpreis, die Flüchtlinge wären in Deutschland (zumindest bis zu einer Regierungsbeteiligung Eurer AfD) gut versorgt, sämtliche Asylwerber hätten sich damit die Strapazen eines Tausende Kilometer langen Fußmarsches erspart."

Tausende Menschen sitzen fest

Der Kommentar in Österreichs größter und einflussreichster Tageszeitung erscheint in einer problematischen Zeit. Denn die Beziehung zwischen Wien und Berlin verschlechtert sich fast täglich. Erst vor einigen Wochen hat sich der österreichische Kanzler Werner Faymann demonstrativ von Merkels Flüchtlingspolitik abgewendet - und eine Obergrenze für Flüchtlinge formuliert, die Merkel bislang ablehnt.

Der Kommentar ist damit ein weiterer Tiefpunkt in der Beziehung der beiden Nachbarländer.

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