WIRTSCHAFT
02/03/2016 12:36 CET | Aktualisiert 03/03/2016 19:01 CET

Nachhaltigkeitsoffensive: Ikea steht vor einer Revolution - fast alle Produkte sind betroffen

IROZ GAIZKA via Getty Images
TO GO WITH AFP STORY BY ANTTON ROUGET This picture taken on August 26, 2015 shows Ikea flags in front of one of the facades of the new Ametzondo Bayonne Ikea store in Saint-Pierre-d'Irube, near Bayonne, southwestern France. AFP PHOTO / GAIZKA IROZ (Photo credit should read IROZ GAIZKA/AFP/Getty Images)

  • Ikea geht den nächsten Schritt in Richtung Umweltbewusstsein
  • Der Möbelriese ersetzt Styropor-Verpackungen durch ein abbaubares Material aus Pilzkulturen
  • Entwickelt hat den Pilzschaum ein Startup aus den USA

Billig war Ikea schon immer. Und viele finden die Möbel auch recht ansehnlich. Bei Umweltfragen aber hakte es mitunter. Das will der Möbelriese ändern - mit einer umfangreichen Nachhaltigkeitsoffensive.

Hier geht Ikea nun einen bemerkenswerten Schritt: Das Unternehmen will Styropor-Verpackungen durch ein weit umweltfreundlicheres Material ersetzen: einen Stoff das aus Pilzkulturen.

Klingt verrückt, ist aber eine ziemlich gute Idee. Denn: “Ikea arbeitet daran, Schritt für Schritt weniger Müll zu produzieren”, sagte Joanna Yarrow, die bei Ikea in Großbritannien für den Bereich Nachhaltigkeit zuständig ist, dem “Telegraph”.

Dazu gehört auch, Materialien einzusetzen, die recycelbar sind - wie das Verpackungsmaterial aus Pilzkulturen.

Material aus Pilzschaum ist sehr leicht abbaubar

Ikea habe sich dazu entschieden, das Material in den Möbelhäusern zu verwenden, weil “sehr viele Produkte noch immer in Styropor eingepackt sind, das nur sehr schwer oder gar nicht recycelt werden kann”, sagte Yarrow dem “Telegraph”.

Während Styropor tausende Jahre braucht, bis er sich aufgelöst hat, wird das Material aus Pilzkulturen im Kompost innerhalb weniger Wochen abgebaut.

Der sogenannte “Myco Foam“ (Pilzschaum) wird aus landwirtschaftlichen Abfällen wie Maisblättern gezüchtet. Über den Zeitraum von einigen Tagen binden die Pilzkulturen den Abfall zusammen. Daraus ergibt sich eine feste Masse, die anschließend getrocknet und somit am Weiterwachsen gehindert wird.

Startup baut Häuser und Surfbretter aus Pilzen

“Das Gute an Pilzschaum ist, dass man die Form selbst bestimmen kann. So lässt sich für jedes Produkt die passende Verpackung herstellen”, sagte Yarrow.

Entwickelt hat den umweltfreundlichen Stoff die US-Firma Ecovative. Das Startup mit Sitz in Green Island im Bundesstaat New York stellt mit Pilzen bereits ganze Häuser her oder baut Surfbretter daraus.

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Credit: Ecovative

Ziel von Ecovative ist es laut eigenen Angaben, so viele umweltschädliche Materialien wie möglich durch ihren nachhaltigen Pilz-Baustoff zu ersetzen. Bald will das Startup sogar medizinische Implantate aus dem Pilz-Material herstellen können.

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