POLITIK
02/03/2016 04:12 CET | Aktualisiert 02/03/2016 06:27 CET

Dunja Hayali: ZDF-Moderatorin spricht offen über ihre Ängste

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Dunja Halali: ZDF-Moderatorin spricht offen über ihre Ängste

ZDF-Moderatorin Dunja Hayali ist dafür bekannt, sich gegen Fremdenfeindlichkeit und rassistische Hetze öffentlichkeitswirksam zu positionieren. Bei der Verleihung der Goldenen Kamera nahm sie auch in ihrer Dankesrede darauf Bezug, das Video dieser Rede wurde daraufhin millionenfach bei Youtube angeschaut.

Nun äußerte sich Hayali erstmals ausführlich in einem Interview mit dem Magazin "stern" zu der Rede und bekannte, wie sehr sie gerade die vielen Hasskommentare auf Facebook belasten und wie sie damit umgeht.

Hayali hat über 120.000 Follower bei Facebook - vor einigen Wochen verordnete sie sich selbst eine Pause von dem Netzwerk.

"Ich war wund und angreifbar, ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr souverän auf Hass oder Beleidigungen reagiert habe", so die Moderatorin. Doch sie wolle sich auch nicht einschüchtern lassen - es sei wichtig, dass man sich nicht von dem Hass der Hetzer anstecken lasse, sondern weiterhin anständig reagiere: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu. Deswegen reiße ich mich zusammen und versuche, vernünftig zurückzuschreiben."

Doch auch ihr Leben außerhalb der sozialen Netzwerke wird zunehmend von Menschen beeinflusst, die ihren Hass nicht unter Kontrolle haben. Hayali berichtet dem "stern": "Das schlimmste Erlebnis hatte ich vor drei Wochen. Ich komme aus dem Supermarkt, stehe auf der Straße, da fährt jemand mit dem Fahrrad vorbei, guckt mich an, bleibt stehen und schreit: "Das bist du doch!" Hasserfüllt. Jetzt bin ich keine zwei Meter groß und kann kein Karate, da schlucken Sie erst mal."

Auch im Alltag fühlt sich Hayali nicht immer sicher

Diese Situation habe sie dazu bewegt, sich Pfefferspray zuzulegen, da sie sich im Alltag oftmals nicht mehr sicher fühle: "Das machen die Kommentare. Sie wissen nicht, ob die verbale Gewalt sich nicht auch auf der Straße widerspiegelt."

Ihren Einsatz gegen Rassismus und Homophobie lasse sie sich dadurch allerdings nicht einschränken: "Glaubt eigentlich irgendjemand, dass das irgendwas bringt, dieser ganze Hass?"

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