POLITIK
01/03/2016 02:53 CET | Aktualisiert 01/03/2016 10:29 CET

Dieses Gerücht lockt immer noch Tausende Flüchtlinge nach Griechenland

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Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze wird immer prekärer. Gestern kam es dort zu Ausschreitungen, Flüchtlinge versuchten die Grenze zu stürmen.

Die griechischen Behörden gehen wegen der rigorosen Kontrollen der Mazedonier an der Grenze von etwa 7500 Flüchtlingen im Grenzort Idomeni aus, schrieb die Athener Tageszeitung "Kathimerini". Diese Zahl könne in den kommenden Tagen auf bis zu 20.000 Menschen steigen.

Über einen der Gründe, warum es immer noch so viele Flüchtlinge nach Griechenland zieht, berichtet jetzt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Schon im September seien Gerüchte aufgetaucht, dass Angela Merkel die Flüchtlinge aus Griechenland holen werde.

Viele der Flüchtlinge hätten auch Nachrichten auf ihrem Mobiltelefon gehabt, die eine Abholung der Flüchtlinge in der Türkei versprachen.

Schleuserbanden streuen Gerüchte

In einer weiteren Mitteilung hieß es, wie die "FAZ" schreibt: "Merkel wird vier Schiffe in die Türkei und nach Kos entsenden, um die Flüchtlinge nach Deutschland zu bringen." Gestreut hatten die Gerüchte wohl Schleuserbanden, die Flüchtlinge in die Türkei locken wollten.

Angesichts des Flüchtlingsstroms sucht die Regierung in Athen jetzt nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten. Die Versorgung der Menschen ist schwierig. Aus den bisher bis zu 30.000 in Griechenland festsitzenden Migranten könnten bald zwischen 50.000 und 70.000 werden, falls sich nichts ändere, schrieb das Blatt weiter.

Nun reagiert auch die EU-Kommission: Sie bereitet wegen der eskalierenden Situation nun Notfallpläne für Griechenland und andere Länder auf der Balkanroute vor.

500 Millionen Euro für den Grenzschutz

Zu den geplanten Schritten gehörten die Verstärkung von Aufnahmekapazitäten oder die Kontrolle von Grenzen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag in Brüssel.

Griechenland habe mitgeteilt, welche Art von Unterstützung gewünscht werde, sagte die Kommissionssprecherin. Die Gespräche dazu liefen bereits seit Mitte des Monats. Beim Sondergipfel der EU-Chefs mit der Türkei am 7. März wird es auch um die zugespitzte Lage in Griechenland gehen sowie um die Zusammenarbeit mit der Türkei. Von dort kommen die meisten Flüchtlinge nach Europa.

Hintergrund zu den Hilfen für Griechenland:

Griechenland und andere Staaten der Region haben bereits Hilfe bekommen, die von der EU-Kommission koordiniert und von anderen Ländern bereitgestellt wurde.

Im vergangenen Jahr haben Ungarn, Serbien, Slowenien, Kroatien und Griechenland zum Beispiel Zelte, Betten und Decken für Flüchtlinge erhalten. Die Länder des westlichen Balkan haben nach Auskunft der Brüsseler Behörde in der Flüchtlingskrise bisher 21,74 Millionen Euro an humanitärer Hilfe bekommen.

Nach früheren Angaben der EU-Kommission sind für den Zeitraum von 2014 bis 2020 insgesamt 509,4 Millionen Euro für den Grenzschutz und den Umgang mit Flüchtlingen in Griechenland vorgesehen. Zudem hat das Land mehr als 40 Millionen Euro an Nothilfe erhalten.

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