VIDEO
29/02/2016 16:46 CET | Aktualisiert 29/02/2016 16:48 CET

Weil sie von Sklaven hergestellt werden: USA verbannt zahlreiche Produkte

Die USA haben zahlreiche Güter verboten, weil sie von Zwangsarbeitern gewonnen werden
Getty Images
Die USA haben zahlreiche Güter verboten, weil sie von Zwangsarbeitern gewonnen werden

Die USA haben zum Thema Sklavenarbeit eine klare Position eingenommen. Am Mittwoch unterzeichnete Präsident Barack Obama ein Gesetz, das dem Land den Import zahlreicher Güter verbietet, die durch Zwangs- oder Sklavenarbeit produziert werden.

Das „Verbot von Gütern, die mithilfe von Häftlings-Arbeit, Zwangsarbeit oder Sklavenarbeit hergestellt wurden,“ ist Teil eines größeren Handelsabkommens, das im vergangenen Jahr vorgestellt wurde.

Gold, Spielwaren und Backsteine von Import-Bann betroffen

Als Folge einer Lücke im Gesetz (Tariff Act von 1930) fanden derartige Güter bis heute ihren Weg in die USA, wenn das Angebot die „Konsumentennachfrage“ nicht bedienen konnte.

Wenn das Gesetz in elf Tagen in Kraft tritt, werden 136 Güter aus 74 Ländern nicht länger importiert werden.

kinderarbeit

Angaben des US-Arbeitsministeriums von 2014 zufolge sind folgende Güter von dem Bann betroffen: Kleidungsstücke, die von Kindern und Sklaven in Argentinien hergestellt werden, Baumwolle und Gold aus Burkina Faso, Elektrogeräte, Spielwaren und Backsteine aus China, Kaffee von der Elfenbeinküste und Textilien aus Äthiopien.

Ministerium will Bewusstsein wecken

Die Produkte, die laut US-Arbeitsministerium am häufigsten mit Kinder- oder Sklavenarbeit hergestellt werden, sind: Baumwolle, Zuckerrohr, Tabak, Kaffee und Fisch. Auch Lederwaren und alkoholische Getränke gehören dazu.

Diejenigen, die für den Sklavenarbeitsmarkt verantwortlich sind, verdienten einem Report des Arbeitsministeriums zufolge jährlich bis zu 150 Milliarden Dollar (umgerechnet rund 138 Milliarden Euro) illegal.

sklaverei

Die Liste von Gütern, die mit Zwangs- oder Kinderarbeit hergestellt werden, habe die Agentur für Arbeit ursprünglich veröffentlicht, um „das öffentliche Bewusstsein für Zwangs- und Kinderarbeit auf der Welt zu wecken und Maßnahmen im Kampf dagegen voranzutreiben“, heißt es in dem Report.

„Abschreckungs-Effekt ist ein großer Schritt“

„Es ist nicht gewollt, mahnend zu sein, sondern eher die Zusammenarbeit und Koordination von denen zu katalysieren, die die Probleme angehen.“

Ein Kommissar des Zollgrenzschutzes, Gil Kerlikowske, sagte: „Der bloße Abschreckungs-Effekt, der Schließung der Gesetzes-Lücke ist ein großer Schritt voran. Wir werden sicherstellen, dass die Neuerung auf der Welt viel Aufmerksamkeit findet.“

Senator Sherrod Brown sagte der Nachrichtenagentur AP: „ Es ist peinlich, dass die USA 85 Jahre lang Produkte ins Land gelassen hat, die unter Zwangsarbeit hergestellt wurden. Die Schließung der Gesetzeslücke gibt den USA ein wichtiges Werkzeug, um weltweite Sklaverei zu bekämpfen.“

Dieser Artikel erschien ursprünglich bei der Huffington Post USA und wurde von Charlotte Zink aus dem Englischen übersetzt.

Auch auf HuffPost:

Illegale Kinderarbeit aufgedeckt: Flüchtlingskinder aus Syrien schufteten für H&M

Lesenswert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.