BLOGS
29/02/2016 05:42 CET | Aktualisiert 03/03/2016 12:49 CET

8 einfache und sichere Methoden, um Kinder psychisch zu verderben

Ian Sanderson via Getty Images
Girl (2-4) shrugging shoulders and gesturing with hands, portrait

THE BLOG

Kinder sind das Licht unseres Lebens. Wenn sie geboren werden, malen wir uns Erfolg, Liebe und Glück für ihr Leben aus. Oft bleibt es aber bei diesen Träumen. Denn unsere Kinder erhalten nicht das, was sie benötigen, um zu disziplinierten, reifen und motivierten Erwachsenen zu werden.

Mit den folgenden acht Erziehungsfehlern können Sie sicherstellen, dass Ihr Nachwuchs irgendwann unter Depressionen, Angstzuständen, Wutgefühlen, einem schlechten Verhältnis zur Familie, Problemen mit Freunden, mangelndem Selbstwertgefühl, einer überzogenen Anspruchshaltung oder lebenslangen emotionalen Problemen leidet.

1. Die Gefühle eines Kindes ignorieren und herunterspielen

Wenn Kinder Traurigkeit, Wut oder Angst zum Ausdruck bringen und ihre Eltern sie dafür auslachen, demütigen, ignorieren oder ärgern, werden die kindlichen Gefühle heruntergespielt. Somit lernen Kinder, dass das, was sie fühlen, falsch ist. Eltern entziehen ihren Kindern auf diese Weise ihre Liebe und verpassen die Gelegenheit, mit ihnen eine offene und verletzliche Beziehung aufzubauen, die dem Kind zeigt, dass es eine Bindung zu einem anderen Menschen eingehen kann und bedingungslos geliebt wird.

2. Inkonsequente Regeln

Wenn Sie niemals über Ihre Erwartungen sprechen, kann Ihr Kind nicht wissen, wie es sich entsprechend verhalten soll. Kinder werden den Erwartungen ihrer Eltern entweder gerecht - oder nicht. Durch Regeln geben Sie Ihrem Kind Richtlinien und Grenzen, anhand denen es definieren kann, ob es sich gut oder schlecht benimmt. Wenn Sie Ihr Kind im Unklaren lassen und sein Leben eher vage verläuft, wird es damit beginnen, sich danebenzubenehmen, um diese Grenzen selbst herauszufinden. Und dies resultiert in mangelndem Selbstwertgefühl und Verhaltensproblemen.

3. Das Kind als Freund behandeln

Sie sollten niemals all Ihre Sorgen, Bedenken oder Beziehungsprobleme mit Ihrem Kind teilen oder es um Rat fragen. Verhalten Sie sich Ihrem Kind gegenüber als hilflos und unterlegen, wird es niemals lernen, Sie zu respektieren. Wenn Sie Ihr Kind zur Lösung Ihrer eigenen seelischen Probleme heranziehen, wird es Sie wie einen ebenbürtigen oder sogar untergeordneten Menschen behandeln. Sie müssen Ihrem Kind stattdessen zeigen, dass Sie Konflikten gewachsen sind, sich Herausforderungen stellen und trotz allem Stress durchaus mit Ihrem Leben zurechtkommen. Verstellen Sie sich nicht und zeigen Sie ruhig Ihre Gefühle, aber ohne Ihrem Kind zur Last zu fallen.

4. Das andere Elternteil schlecht machen

Wenn Sie vor Ihrem Kind nie Zuneigung und Liebe für Ihren Partner bzw. Ihre Partnerin zum Ausdruck bringen, kann es kein Gespür dafür entwickeln, was Liebe ist und wie Liebe aussieht. Wenn Sie den eigenen Partner immer nur schlecht machen, zurückweisen oder gar mit einer Trennung drohen, versetzen Sie Ihr Kind in einen chronischen Angstzustand. Falls Sie sich bereits getrennt haben und Ihr Umgang mit dem bzw. der Ex von Kälte, Distanz, Wut, Verbitterung und Schuldzuweisungen geprägt ist, geben Sie Ihrem Kind unterschwellig zu verstehen, dass der andere der Grund für die Trennung ist und es Sie bevorzugen sollte. Dadurch entfremden Sie Ihr Kind vom anderen Elternteil.

5. Unabhängigkeit und Abnabelung bestrafen

Wenn wir unsere Kinder fürs Erwachsenwerden bestrafen, machen wir ihnen ein schlechtes Gewissen dafür, normale entwicklungsspezifische Bedürfnisse und Wünsche zu haben. Dies verursacht oft tiefe Unsicherheit, Rebellion und sogar Verhaltensstörungen wie das Ritzen der Haut, die darauf hindeuten, dass der Heranwachsende nicht in der Lage ist, sich loszulösen und als unabhängiger Mensch zu leben.

6. Das Kind als Erweiterung seiner selbst behandeln

Eltern, die ihr Selbstbild und Selbstwertgefühl damit verknüpfen, wie ihr Kind aussieht, was es leistet, wie es sich benimmt, welche Noten es nach Hause bringt und wie viele Freunde es hat, teilen ihm dadurch mit, dass es nicht um seiner selbst willen geliebt wird, sondern nur für seine Leistungen und den Umstand, dass es seine Eltern gut aussehen lässt. Diese Kinder werden ständig versuchen, es anderen recht zu machen, anstatt unabhängig zu handeln. Und werden sich ihr Leben lang darum sorgen, ob sie auch wirklich gut genug sind.

7. Sich in die Beziehungen des Kindes einmischen

Wer beeinflussen will, wie sich das Kind gegenüber anderen - ob Freunde oder Lehrer - verhält, bremst seine Entwicklung. Wenn Ihr Kind beispielsweise Ärger in der Schule hat und Sie sofort zum Lehrer rennen und die Sache wieder ausbügeln, oder wenn Sie Ihrem Kind laufend sagen, wie es sich in einer Freundschaft zu verhalten hat, wird es im späteren Leben niemals lernen, die unvermeidbaren Klippen zwischenmenschlicher Beziehungen zu meistern.

8. Das Kind zu sehr behüten

Wenn wir unsere Kinder vor allen Problemen und negativen Gefühlen behüten, schaffen wir in ihnen ein Gefühl von Anmaßung und überschätztem Selbstwertgefühl, das nicht selten die Grenze zum Narzissmus überschreitet. Solche Kinder erwarten, dass das Leben einfacher ist, als es tatsächlich ist. Sie wollen, dass alles für sie erledigt wird, egal, wie sie sich verhalten. Und werden schließlich depressiv und verwirrt, wenn sie nicht das bekommen, was ihnen ihrer Meinung nach zusteht.

von Sherrie Campbell, PhD

Übersetzt aus der Huffington Post USA. Hier geht's zum Original.

Auch auf HuffPost:

Weckruf für Schlafmützen: So stehen eure Kinder freiwillig auf

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.