POLITIK
29/02/2016 03:22 CET | Aktualisiert 01/03/2016 22:06 CET

Das würde passieren, wenn Donald Trump US-Präsident wird

MADISON, AL - FEBRUARY 28:  Donald Trump campaigns for the Republican nomination for President of the United States at Madison City Stadium on February 28, 2016 in Madison, Alabama.  (Photo by Taylor Hill/WireImage)
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MADISON, AL - FEBRUARY 28: Donald Trump campaigns for the Republican nomination for President of the United States at Madison City Stadium on February 28, 2016 in Madison, Alabama. (Photo by Taylor Hill/WireImage)

Der 1. März wird nicht einfach nur ein Dienstag, sondern ein Super-Dienstag: Am sogenannten Super Tuesday halten Demokraten und Republikaner in elf Bundesstaaten der USA Vorwahlen ab. Dann dürfte die Entscheidung fallen zwischen Hillary Clinton und Bernie Sanders - und zwischen Donald Trump und allen, die nach allgemeinen Maßstäben halbwegs vernünftige Ansichten pflegen.

Dazu passend: "Super Tuesday": Sieg für Trump und Clinton bei den Vorwahlen

Immobilien-Tycoon Trump reduziert seine Wahlversprechen auf eine knappe Formel: "Make America great again", Amerika wieder großartig machen. Würde das im Falle eines Wahlsiegs wirklich passieren? Was wären die Folgen, nähme der Herr mit der Föhnfrisur und den populistischen Sprüchen am Schreibtisch im Oval Office Platz?

Trumps wahnwitziger Zoll-Plan

Die US-Wirtschaft fände einen Präsidenten Trump jedenfalls alles andere als "great". Denn was zuerst wie ein guter Plan klingt, könnte fatale Folgen haben: Trump will Arbeitsplätze im Inland sichern, indem er Einfuhren aus dem Ausland mit höheren Zöllen belegen will.

Ein wahnwitziger Plan: Die USA, Heimat von Konzernen wie Apple oder Coca-Cola, würden die Schotten dichtmachen und künstlich die Binnenwirtschaft ankurbeln. Der Abschied vom Weltmarkt - das würde den Global Player USA gehörig bremsen, analysiert das WIrtschaftsportal "Finanzen100".

Allianz mit Russland?

Doch nicht nur wirtschaftliche Folgen drohen, wenn der Mann, der so gern die rhetorischen Muskeln spielen lässt, die US-Spitze einnimmt: Der CDU-Europaabgeordnete Elmar Brok weist im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" auf Trumps Sympathie für Russlands Präsidenten Wladimir Putin hin. "Ich befürchte, dass die beiden Herren meinen, sie seien dann die Herrscher der Welt“, sagte Brok. "Die werden relativ wenig Rücksicht nehmen auf andere. Dann besteht die Gefahr, dass Europa wieder ins Hintertreffen gerät."

Immerhin: Der Kandidat hat vor, das Steuersystem zu vereinfachen und die Abgaben zu senken - insbesondere für Unternehmen. Maximal 15 Prozent Steuern sollen sie zahlen. Das könnte "Finanzen100" zufolge dafür sorgen, dass Konzerne ihre Gewinne nicht im Ausland bunkern und so - auch ohne Sanktionen - wieder im Inland investieren.

Die gefährliche Ausweisungs-Idee

Sind das also doch noch gute Nachrichten, die die ganze Causa Trump nur halb so dramatisch machen? Abseits von Wirtschaftsthemen gibt sich der Kandidat weitaus populistischer. So will er alle elf Millionen illegalen Einwanderer, zum größten Teil Mexikaner, des Landes verweisen. Der Grund bleibt schleierhaft. Denn bei den Migranten handelt es sich mehrheitlich um Menschen, die in den USA arbeiten und konsumieren.

Niedriglohnjobs der Kategorie Putzfrau und Bauhelfer müssten dann wieder US-Bürger übernehmen - doch das werden viele nicht wollen - mit unausweichlichen Folgen für die Gesamtwirtschaft. Entsprechend düster das Fazit der Finanzportals: "Ein Sieg Trumps wäre also vermutlich der Ruin der Wall Street."

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