POLITIK
29/02/2016 11:01 CET | Aktualisiert 01/03/2016 04:34 CET

Sie wollen gegen Flüchtlinge hetzen - und machen sich lächerlich

Leonardo di Caprio hatte Glück. Denn beinahe hätte die "Alternative für Deutschland" dem Hollywoodstar seinen überfälligen Oscar noch streitig gemacht. Doch die AfD in Sachsen Anhalt reichte ihren jüngsten Wahlwerbespot wohl ein wenig zu spät bei der Jury der 88. Academy Awards ein. Sonst wäre es für den "The Revenant"-Protagonisten sicher eng geworden. Denn was die AfD vor der Kamera abliefert, ist mitunter genial.

Das Original-Drehbuch: Bürger wie du und ich schauen treudoof in die Kamera. Sie schildern ihre alltäglichen Sorgen. Schnitt. Natürlich kennt die AfD die Lösung: Bürokratieabbau, Kitaplätze, Landärzte, Breitbandinternet - und natürlich Abschiebungen.

Besonders überzeugend: die junge feierwütige Westenträgerin in der Rolle der jungen feierwütigen Westenträgerin. Sie will endlich wieder sicher und unbeschwert Party machen. Besorgt fragt sie in die Kamera: "Reicht da eine Armlänge Abstand aus?" Die AfD weiß: Natürlich nicht. Stattdessen fordert sie die konsequente Abschiebung illegaler Einwanderer.

In einer preisverdächtigen Nebenrolle: Der überaus gelangweilte Chef, der sich trotz lediglich sieben Mails in seinem Postfach über die viele Arbeit beklagt.

Doch nicht allen gefällt der kurze Film.Im Ranking der "taz" belegte die AfD nur den achten Platz der Wahlwerbespots in Sachsen-Anhalt. Dem politischen Erfolg hat es bisher nicht geschadet. Laut neuster Umfragen liegt die "Alternative für Deutschland" im neuen Bundesland gut zwei Wochen vor der Landtagswahl bei 17 Prozent.