POLITIK
28/02/2016 23:32 CET | Aktualisiert 29/02/2016 05:34 CET

So rechtfertigt Erika Steinbach ihren peinlichen Inder-Tweet

Die Politikerin Erika Steinbach steht wegen eines Twitter-Posts in der Kritik
DPA
Die Politikerin Erika Steinbach steht wegen eines Twitter-Posts in der Kritik

Erika Steinbach rechtfertigt sich für ihr umstrittenes Twitter-Bild. Nach der heftigen Kritik an einem Beitrag, der indirekt vor einem überfremdeten Deutschland warnt, verteidigt sich die CDU-Bundestagsabgeordnete.

Ein Vater habe ihr das Bild geschickt. "Das Foto schickte mir ein besorgter Vater aus Frankfurt am Main, dessen Kind in seiner Klasse nur noch zwei weitere deutsche Mitschüler hat. Das Foto hatte er in der Mail mit angehängt“, erklärte Steinbach gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Das Foto hatte Empörung ausgelöst. Das Bild, das offenbar in Südasien aufgenommen wurde, zeigt ein blondes Kind umringt von dunkelhäutigen Menschen. Darüber steht: "Deutschland 2030", darunter "Woher kommst du denn?" Steinbach hat das Bild bisher nicht aus ihrem Twitter-Konto gelöscht.

Die Politikerin bleibt bei ihrer Haltung. Das Foto zeige lediglich ein Problem, das die Menschen umtreibe, so Steinbach. "Es ist kein aggressives Foto. Es sind auch keine arabischen Flüchtlinge darauf zu sehen, sondern freundliche Inder, die das Kind neugierig und interessiert ansehen.“

Dazu passend: Die zehn peinlichsten Tweets von Erika Steinbach

Das Bild zeige eine mögliche Zukunft Deutschlands. Auf die Frage, ob Deutschland 2030 wirklich so aussehen könne, wie auf dem verwendeten Foto, antwortete Steinbach: "Die Daten deuten darauf hin. In Großstädten gibt es jetzt schon einen erheblichen Anteil nichtdeutscher Bevölkerung."

Die Grünen fordern, dass Steinbach ihre Ämter aufgeben soll. Sie halten sie als Menschenrechts-Sprecherin der Union für nicht mehr tragbar. "Die Union muss sich jetzt klar dazu verhalten", sagte Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Für mich stellt sich die Frage, wie Frau Steinbach ihre rassistischen Äußerungen mit ihrer Funktion als Sprecherin für Menschenrechte vereinbaren kann."

Kritik kommt auch von der Linken. Der Vorsitzende der Linksfraktion, Dietmar Bartsch, sieht Unionsfraktionschef Volker Kauder in der Pflicht. "Ich erwarte von Herrn Kauder, dass er derartige rassistische Entgleisungen nicht ohne Konsequenzen für Frau Steinbach lässt", sagte Bartsch der Zeitung.

Mit Material der DPA

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