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26/02/2016 07:25 CET | Aktualisiert 26/02/2016 07:26 CET

Studien zufolge sind unordentliche Menschen eigentlich produktive Genies

Red James via Getty Images
Über unordentliche Menschen wird gerne der Kopf geschüttelt - zu unrecht

Als wir Kinder waren, haben die Erwachsenen uns glauben gemacht, dass ein chaotisches Zimmer auf einen chaotischen Geist schließen lässt. Vereinfacht ausgedrückt:

Räum dein Zimmer auf oder du hast Hausarrest!

Ich gestehe, ich bin ein kleiner Ordnungsfreak, aber nur weil ich auf Hausstaub allergisch reagiere. Und ich organisiere gerne meine Sachen weil ich die bedauerliche Angewohnheit habe zu vergessen, wo ich meine Sachen hingelegt habe.

Aber gleichzeitig habe ich keine Geduld meinen Raum zu putzen oder zu organisieren, wenn ich nicht muss. Das hat, als ich Teenager war, gereicht um mir wegen meines "dreckigen Zimmers" Schwierigkeiten einzuhandeln.

Eine unfaire Bewertung

Aber John Haltiwanger von der amerikanischen Zeitung "Elite Daily" ist der Überzeugung, dass unordentliche Menschen fälschlicherweise der Faulheit beschuldigt werden. Ihm zufolge lässt ein chaotischer Arbeitsplatz nicht auf einen chaotischen Geist schließen lässt.

"Wir leben in einer sehr strukturierten und berechenbaren Welt... Die Gesellschaft versucht ständig in jeder Hinsicht Ordnung beizubehalten", sagt er. "Aber das ist alles eine Illusion."

Diese Fakten machen Hoffnung

Also, wenn ihr chaotisch seid und vielen schüttelnden Köpfen und verurteilenden Blicken begegnet, sind hier drei Dinge, die euch ins Gedächtnis rufen sollen, dass es okay ist, unorganisiert zu sein.

1. Du kümmerst dich nicht um den Status Quo

Haltiwanger glaubt, dass ordentlich und organisiert zu sein nützlich und sogar schön sein kann. Trotzdem sollten Menschen lernen Chaos anzunehmen, weil nichts ordentlich und sauber bleibt. Irgendwann kehrt alles zur Unordnung zurück.

2. Unordnung inspiriert dich

Wusstest du, dass viele bekannte und erfolgreiche Leute unordentlich sind und waren? Roald Dahl, J.K. Rowling und sogar das große Genie Albert Einstein.

In dem Buch "A Perfect Mess: The Hidden Benefits of Disorder" - auf deutsch: Ein perfektes Chaos: Die versteckten Vorteile von Unordnung - schreiben die Autoren Eric Abrahamson und David H. Freedman "Auf einem unordentlichen Schreibtisch sind die wichtigsten, dringendsten Unterlagen meist oben auf dem Durcheinander. Und das Zeug, das man gefahrlos ignorieren kann, wird meist begraben oder liegt weiter hinten. Das ist sehr sinnvoll"

Auch die Studie von Kathleen Vohs der Managementuniversität "Carson School of Mangement" in Minnesota belegt, dass eine chaotische Umgebung zu einer erhöhten Kreativität verhilft.

"Unordentliche Umgebungen scheinen zum Verlassen der gewohnten Pfade zu inspirieren, was neue Sichtweisen zur Folge haben kann", sagte sie. "Ordentliche Umgebungen hingegen verstärken Konventionen und den Drang kein Risiko einzugehen."

3. Du bist mutig und spontan

"Sie lassen sich treiben anstatt gegen den Strom zu schwimmen", sagte Haltiwanger.

Anstatt sich ständig über Details Gedanken zu machen, neigen unordentliche Menschen dazu, das Große und Ganze im Blick zu behalten. Sie würden eher ihre gesamte Zeit und Aufmerksamkeit in die wichtigen Aufgaben stecken als sich über andere Sachen den Kopf zu zerbrechen. Laut Haltiwanger macht sie dies, im Gegensatz zu ordentlichen Menschen, risikofreudiger und eher bereit einen Sprung zu wagen.

An Organisation ist nichts auszusetzen, aber auch nicht an Chaos. Erlaube deinem chaotischen Umfeld dich zu inspirieren und versuche dich nicht um das Aufräumen zu kümmern. Trotzdem ist es wichtig, die Balance zwischen Organisation und Chaos zu bewahren.

"Es liegt etwas einfaches und schönes darin, ein chaotisches Leben zu führen. Das ist der Grund, weswegen es so erleuchtende und innovative Persönlichkeiten hervorbringt", sagte er

Dieser Beitrag erschien ursprünglich auf Your Tango.

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