POLITIK
26/02/2016 06:56 CET | Aktualisiert 26/02/2016 07:49 CET

Ex-Redakteurin packt aus: Das ist die Propaganda von RT Deutsch

Ex-Redakteurin packt aus: Das ist die Propaganda von RT Deutsch
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Ex-Redakteurin packt aus: Das ist die Propaganda von RT Deutsch

Sie nennen sich den "fehlenden Teil zum Gesamtbild": Seit November 2014 bedient der vom russischen Staat finanzierte Fernsehsender RT, einst "Russia Today", mit dem Webportal "RT Deutsch" auch den deutschen Medienmarkt. Seither schwelen die Kontroversen um das journalistische Angebot, das sich selbst als "Gegenöffentlichkeit" zu den "Mainstreammedien" betrachtet.

Mehrere Monate arbeitete die deutsche Journalistin Lea Frings für "RT Deutsch", bevor sie im April vergangenen Jahres kündigte. Nun packte sie aus: Gegenüber dem Medienmagazin "Zapp" erklärte sie, wie es hinter den Kulissen des Senders zugeht.

Was "RT Deutsch" mache, sei "geschickte Propaganda", mahnte Frings. Der Sender bediene ein Publikum aus Rechten und Verschwörungstheoretikern, die durch die Berichterstattung in ihrer Meinung bestätigt würden. Besonders die Interviews mit Eva Hermann und Christoph Hörstel, die bei "RT Deutsch" rechtspopulistische Meinungen ohne Gegenrede verbreiten konnten, kritisierte die Ex-Redakteurin.

Diese hätten das Bild einer "Flüchtlingswelle" verbreitet, "die installiert wurde, um Deutschland zu vernichten". Frings warnte: "Diese Verschwörungstheorien sind außerordentlich gefährlich." Menschen, die bisher politisch nicht interessiert gewesen seien, würden durch solche Meldungen "an einem ganz gefährlichen Nerv getroffen".

Über die Strategie hinter "RT Deutsch" konnte Frings sich nicht äußern. Sie war dem Team einst in der Hoffnung beigetreten, dem Journalismus in Deutschland einen neuen Impuls zu geben. Im April 2015 hatte sie das Ende ihrer Tätigkeit bekannt gegeben, ohne sich über die Umstände der Kündigung äußern zu wollen.

Meine Zeit bei RT Deutsch ist vorbei.In der vergangenen Woche habe ich bei RT meine Kündigung eingereicht. Nach...

Posted by Lea Frings on Mittwoch, 29. April 2015

Frings, die sich nicht nur gegenüber "RT Deutsch", sondern auch gegenüber den klassischen deutschen Medien kritisch äußerte, mahnte: "Es ist absolut wichtig, dass Journalisten grade jetzt um ihre Glaubwürdigkeit kämpfen".

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