POLITIK
26/02/2016 04:17 CET | Aktualisiert 26/02/2016 04:30 CET

Athen: Flüchtlinge wollen sich erhängen, weil die Grenze dicht ist

Zwei Männer aus Pakistan wollten sich gestern öffentlich in Athen erhängen
AP
Zwei Männer aus Pakistan wollten sich gestern öffentlich in Athen erhängen

Unter den Migranten in Griechenland herrscht Panik. Nachdem Mazedonien nur wenige Hundert Menschen täglich einreisen lässt, sind viele verzweifelt. Gestern versuchten zwei Männer aus Pakistan, sich mitten auf einem Platz in Athen zu erhängen. Umstehende verhinderten dies, doch einer der Männer musste bewusstlos in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Nach der Teilschließung der Balkanroute sind Tausende gestrandet. Hunderte Migranten brachen aus Auffanglagern aus. Sie machten sich zu Fuß auf den Weg zur mazedonischen Grenze. "Wir können die Menschen nicht gefangen nehmen", sagte der Bürgermeister von Thessaloniki Giannis Boutaris.

Die mazedonischen Behörden lassen immer weniger Flüchtlinge durch. "Rund 230 (Personen) haben sie heute Vormittag durchgelassen. Jetzt ist die Grenze wieder zu", sagte ein Grenzpolizist der Deutschen Presse-Agentur am Grenzübergang bei Idomeni. Das Fernsehen zeigte Hunderte Menschen, Frauen mit Kinderwagen, ältere und auch behinderte Menschen, die entlang der Autobahnen und Fernstraßen nach Norden zogen. In einigen Fällen liefen sie sogar auf den Fahrbahnen und unterbrachen vorübergehend den Verkehr.

Unterdessen treffen neue Flüchtlinge ein. Schlepperbanden hatten in den vergangenen sieben Tagen mehr als 12.000 Menschen aus der Türkei über die Ägäis zu den griechischen Inseln gebracht, teilte die Küstenwache mit.

Griechenland steht am Abgrund. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) sucht in Griechenland nach billigen Hotels für die Unterbringung von Migranten in der Region Athen und der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Hotelierverbandes von Athen. Das UNHCR sei an Ein- und Zwei-Sterne-Hotels interessiert, die sich etwa 50 Kilometer außerhalb der Ballungszentren befinden.

Entlastung könnte der Nato-Einsatz in der Ägäis bringen. Der soll den Schleusern einen Strich durch die Rechnung machen. Wie ein Offizier der Küstenwache auf der Insel Chios der Deutschen Presse-Agentur sagte, sollen die ersten Nato-Schiffe am Freitag im Seegebiet um seine Insel im Einsatz sein.

Mit Material der DPA

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