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25/02/2016 06:23 CET

Österreichs Außenminister: Offene Grenzen haben Flüchtlingskrise verschärft

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Der österreichischer Außenminister hat offene Grenzen kritisiert

Der österreichische Außenminister Sebastian Kurz hat den Kurswechsel seines Landes in der Flüchtlingspolitik bekräftigt. Angesichts anhaltend hoher Flüchtlingszahlen bestehe "die dringende Notwendigkeit, nicht mehr das Weiterwinken nach Mitteleuropa zu perfektionieren", sagte er am Mittwoch den "ARD-Tagesthemen".

Gemeinsam mit den Balkanstaaten wolle Österreich signalisieren: "Den Weg von der Türkei nach Mitteleuropa in wenigen Tagen gibt es nicht mehr."

"Ansatz von 2015 war nicht erfolgreich"

An Berlin gerichtet wiederholte Kurz die Erwartung, dass auch Deutschland eine Obergrenze definiere: "Wir können diese Zahl nicht einseitig festlegen. Wir sind gern bereit, mit anderen daran zu arbeiten, den Zustrom zu reduzieren", sagte er.

Kurz hält die Politik der unbeschränkten Aufnahme von Flüchtlingen in Mitteleuropa für gescheitert. "Der Ansatz von 2015 war nicht erfolgreich", sagte er. Die Zielländer liefen Gefahr, überfordert zu werden: "Das wird nicht unser Weg sein."

Kurz glaubt fest an eine europäische Lösung

Kurz sagte: "Diejenigen, die für offene Grenzen eingetreten sind, haben die Flüchtlingskrise nicht ausgelöst, aber sie haben sie definitiv verschärft." Damit meine er nicht nur die deutsche Bundesregierung, sondern schließe auch sein eigenen Land ein.

"Ich bin zu 100 Prozent überzeugt, dass es eine europäische Lösung geben wird. Aber die wird nicht sein, dass wir die Menschen möglichst schnell nach Österreich, Deutschland oder Schweden bringen."

Die Lösung sei vielmehr, die europäischen Außengrenzen zu sichern und Hilfe vor Ort für die Menschen in Not zu leisten.

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