POLITIK
25/02/2016 01:59 CET

"Trump ist das Ergebnis einer zusammengebrochenen Gesellschaft"

Getty

Noam Chomsky, einer der großen linken Intellektuellen der USA, sieht Donald Trumps Erfolg als das Ergebnis einer im Neoliberalismus zusammengebrochenen Gesellschaft. "Die Menschen fühlen sich isoliert, hilflos und als das Opfer mächtiger Kräfte, die sie nicht verstehen und beeinflussen können", sagte Chomsky (87) im Interview mit der US-Newsseite Alternet.

Er sei alt genug, um die jetzige Situation im Wahlkampf der USA mit den 30er Jahren zu vergleichen, sagte Chomsky. "Objektiv waren Armut und Leid viel größer. Aber sogar unter den Armen und Unbeschäftigten gab es ein Gefühl der Hoffnung, das heute fehlt."

Der Multimilliardär Trump liegt derzeit nach drei Vorwahl-Siegen in Folge unter den republikanischen Bewerbern im Rennen um das Weiße Haus mit Abstand vorne.

Die Positionen Bernie Sanders', der sich für die Demokraten als "demokratischer Sozialist" bewirbt, mochte Chomsky nicht unterstützen. Sanders fordert etwa eine Zerschlagung mehrerer Großbanken. Chomsky: "Die Konsequenzen müssten sorgfältig erwogen werden. Das habe ich nicht getan."

Chomsky ist emeritierter Professor für Linguistik und seit rund 50 Jahren profilierter Kritiker US-amerikanischer Politik.

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