POLITIK
24/02/2016 07:19 CET

AfD-Politiker Gauland zur Flüchtlingskrise: "Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab"

dpa

Menschenverachtender kann man eine humanitäre Katastrophe kaum kommentieren. Alexander Gauland, stellvertretender Vorsitzender der AfD, hat die Flüchtlingskrise in Deutschland mit einem Wasserrohrbruch (!) verglichen: „Man kann sich nicht einfach überrollen lassen. Einen Wasserrohrbruch dichten Sie auch ab“, sagt Gauland dem "Zeitmagazin".

Deutschland müsse die Grenzen dichtmachen und dann die grausamen Bilder aushalten, forderte der Vize-Chef der Rechtspopulisten. "Wir können uns nicht von Kinderaugen erpressen lassen.“

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Zuletzt hatte Gauland für Schlagzeilen gesorgt, als er erneut Angela Merkel ins Visier nahm. „Die Kanzlerin verändert das Land in einem Tempo, das ihr selbst noch leidtun wird. Das hat nichts mehr mit einem allmählichen Wandel zu tun“, sagte er.

Im "Zeitmagazin"-Interview lobt Gauland zudem Björn Höcke, den umstrittenen thüringischen Fraktionsvorsitzenden der AfD. „Ich bewundere, dass er es schafft, jede Woche in Erfurt Tausende auf die Straße zu bringen.“

Einen Zusammenhang zwischen den Parolen seiner Partei und den zunehmend aggressiveren Protesten erkennt er nicht: „Sie gehen auf einer Demo eine Verbindung zu Menschen ein, die nicht so differenziert denken. Da mag eine Stimmung entstehen, die man als bedrohlich empfinden kann. Das können Sie nicht steuern“, sagte Gauland.

Als Brandstifter sehe er sich nicht: „Man muss politische Auseinandersetzungen führen dürfen, ohne für kriminelle Handlungen verantwortlich gemacht zu werden.“

Gauland hatte sich in den vergangenen Wochen immer mehr zum politischen Outlaw der AfD entwickelt. Nachdem er sich kritisch gegenüber den Aussagen seiner Parteivorsitzenden Frauke Petry zum Schusswaffengebrauch an Deutschlands Grenzen geäußert hatte, folgte vor kurzem der nächste politische Knall: Im Interview mit der "Welt" warnte Gauland seine Partei vor der Übernahme von Regierungsverantwortung. "Wir sind noch immer ein gäriger Haufen“, sagte Gauland.

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