POLITIK
23/02/2016 07:38 CET | Aktualisiert 23/05/2016 05:44 CEST

Armutsbericht 2016: Ruhrgebiet "Problemregion Nummer Eins"

dpa
"Problemregion Nummer Eins": In dieser Gegend in Deutschland zählt jeder fünfte Einwohner zu den Armen

Viele von ihnen arbeiten - kommen aber trotzdem nicht über die Runden: Der Anteil der Armen in Deutschland hat sich in den vergangenen zwölf Monaten so gut wie nicht verändert. Laut dem jüngsten Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands liegt der Anteil bei 15,4 Prozent (Vorjahr: 15,5 Prozent).

Gezählt werden dabei Menschen, die in Haushalten mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens leben. Rechnerisch sind dies 12,5 Millionen Menschen, davon rund 3,4 Millionen Rentner, wie der Geschäftsführer des Verbands, Ulrich Schneider, sagte.

Problemregion Nummer Eins

In neun Bundesländern nahm die Armutsquote laut dem Bericht ab. In Bayern stieg sie von 11,3 auf 11,5 Prozent, in Nordrhein-Westfalen sogar von 17,1 auf 17,5 Prozent. Das Ruhrgebiet sei dabei die "Problemregion Nummer Eins", sagte Schneider. "Jeder fünfte Einwohner dieses größten Ballungsraums Deutschlands muss mittlerweile zu den Armen gezählt werden."

Alarmiert zeigte sich Schneider von der Lage der Rentner. Bei ihnen sei die Armut seit 2005 etwa zehn Mal so stark angewachsen wie beim Rest der Bevölkerung. Der Verband legte seinen Bericht erstmals gemeinsamen mit zahlreichen weiteren Sozialverbänden vor.

Zuletzt hatte eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung gezeigt, dass 19 Prozent aller Mädchen und Jungen unter 18 Jahren in Deutschland in einem einkommensarmen Haushalt leben. Am höchsten ist die Kinderarmut laut der Studie in Bremen (33,1 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (28,7 Prozent) und Leipzig (27,0 Prozent).

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