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23/02/2016 08:54 CET | Aktualisiert 23/02/2016 11:40 CET

Adipositas: Kleiner Gewichtsverlust verbessert die Gesundheit

Übergewicht sollte man reduzieren: Und schon kleine Erfolge sind wichtig für die Gesundheit
Zena Holloway via Getty Images
Übergewicht sollte man reduzieren: Und schon kleine Erfolge sind wichtig für die Gesundheit

Bei Menschen mit hohem Übergewicht sind bereits kleine Abnehmerfolge enorm wichtig - und gut. Wer es schaffe, fünf Prozent abzuspecken, erweise seiner Gesundheit einen großen Dienst, berichten Forscher im Fachjournal "Cell Metabolism".

Das Risiko für viele gewichtsbedingte Erkrankungen reduziere sich dann deutlich. Der Körperfettanteil schrumpfe um acht Prozent - und das besonders ungesunde Bauchfett um sieben Prozent. "Das ist ein großer Ertrag für einen kleinen Einsatz", bilanziert Seniorautor Samuel Klein von der Washington University in St. Louis.

Bisherige Erkenntnisse würden damit bestätigt, sagen deutsche Experten. Crash-Diäten seien nicht zu empfehlen, betont Christina Holzapfel vom Kompetenznetz Adipositas (TU München). "Ein gesundes Körpergewicht ist eine Lebensaufgabe."

"Wir hoffen, Menschen mit starkem Übergewicht Mut zu machen"

Gängige Empfehlung in den USA für Übergewichtige sei derzeit eine Gewichtsreduktion um fünf bis zehn Prozent, heißt es in der Studie.

Schon bei einer vergleichsweise kleinen Gewichtsreduktion aber würden verschiedene Risikofaktoren für Typ-2-Diabetes und koronare Herzerkrankungen deutlich vermindert. Das schreibt das Team um Faidon Magkos von der Washington University in St. Louis. Der Stoffwechsel verbessere sich, ebenso die Insulin-Sensitivität der Organe, auch der Blutzuckerwert nehme ab.

Schafft man es, mehr als zehn Prozent Gewicht abzuspecken, profitieren demnach verstärkt auch die Muskeln - und allgemein vergrößern sich die positiven Gesundheitseffekte etwa beim Fettstoffwechsel und den Entzündungswerten, schreiben die Autoren.

"Wir hoffen, dass diese Ergebnisse Menschen mit starkem Übergewicht Mut machen, überschaubare Schritte zu unternehmen", sagt Klein.

Fünf Prozent weniger Gewicht verbessert den Stoffwechsel

An der Studie nahmen 40 Erwachsene ohne weitere Erkrankungen teil, deren Body-Mass-Index im Durchschnitt bei knapp 38 lag. Ab 30 spricht man von Fettleibigkeit.

Ein Teil der Testgruppe wahrte ihr Gewicht, die übrigen Männer und Frauen nahmen im Zuge einer sechsmonatigen Diät rund fünf, zehn oder 15 Prozent ab.

Währenddessen wurden ihre Blutwerte und andere gesundheitlich relevante Daten wie Blutdruck und Herzfrequenz überwacht. 19 der Probanden erreichten eine fünfprozentige Gewichtsreduktion.

Die Ergebnisse der Studie seien erfreulich, sagt Christina Holzapfel vom Kompetenznetz Adipositas (TU München). Schon zuvor hätten Analysen gezeigt, dass eine moderate Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent die Stoffwechsellage verbessere. "Sie wirkt sich stets auch auf die Lebensqualität aus, auch auf die Gelenke."

Bei Fettleibigkeit ist Abnehmen schwer

Wichtig sei es, sein Körpergewicht dauerhaft zu reduzieren. Der gesamte Lebensstil - Bewegung, Ernährung, Verhalten - müsse sich ändern.

Die detaillierteren Gründe, die die Studie dafür liefert, dass der Stoffwechsel bereits bei geringer Gewichtsreduktion positiv beeinflusst wird, könnten künftig helfen, Patienten die Zusammenhänge besser zu erklären. "Das Ziel, fünf Prozent Gewicht zu verlieren, motiviert ungemein", sagt Dirk Müller-Wieland von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft (DDG).

Pfunde zu verlieren, ist für fettleibige Menschen weit schwieriger als allgemein oft angenommen. Das gilt für Erwachsene ebenso wie für Kinder und Jugendliche. Umso wichtiger kann es als Motivationsfaktor sein, dass dabei schon sehr kleine Schritte sehr gut für die Gesundheit sind, sagen Experten.

Sich kleine Ziele zu setzen, könne vielen Betroffenen das Gefühl des Scheiterns ersparen, betonen auch die Autoren der aktuellen Studie. Fünf Prozent weniger Gewicht seien weit eher zu erreichen als ein Minus von zehn Prozent.

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