POLITIK
22/02/2016 16:20 CET | Aktualisiert 22/02/2016 16:39 CET

Pegida-Frau Tatjana Festerling: "Ich stelle mich voll und ganz hinter die Clausnitzer"

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Pegida-Frau Tatjana Festerling: "Ich stelle mich voll und ganz hinter die Clausnitzer"

Die Pegida hat am Montagabend wieder einmal in Dresden demonstriert. Eine der Rednerinnen: Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling.

Sie sprach über die Vorfälle, die sich vergangene Woche im sächsischen Clausnitz ereignet hatten.

"Ich schäme mich nicht für die Clausnitzer"

Festerling sagte: „Ich stelle mich voll und ganz hinter die Clausnitzer.“ Und: „Ich schäme mich nicht für die Clausnitzer. Im Gegenteil: Ich habe Verständnis und respektiere den Mut der Bürger.“

Sie hätten Verantwortung für ihr Umfeld übernommen, obwohl sie wussten, dass die Medien ihnen das ankreiden würden.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) hatte die Vorfälle in Clausnitz scharf kritisiert. Sie gelten als neues erschreckendes Beispiel von Fremdenfeindlichkeit.

Clausnitzer hatten aggressiv einen Bus mit neu ankommenden Flüchtlingen umringt und gebrüllt „Wir sind das Volk“. Ein Satz, den die Menschen bei den Demonstrationen gegen das DDR-Regime geprägt hatten.

Die Polizei hatte die Situation in Clausnitz nicht unter Kontrolle gehabt und letztlich einige Flüchtlinge zwingen müssen, aus dem Bus zu steigen. Zuvor hatten offenbar einige Flüchtlinge die Menschenmenge mit Gesten beschimpft.

"Simpler Satz"

Festerling dagegen fand, die Clausnitzer hätten nur ihr Recht auf freie Meinungsäußerung in Anspruch genommen. Sie hätten auch nicht gefordert, dass die Flüchtlinge gehen sollten, sondern eben nur diesen „simplen Satz aus Subjekt, Verb und Objekt gerufen.“ Also: „Wir sind das Volk.“

Man braucht kein intimer Kenner der Grammatik zu sein, um in dieser Analyse Festerlings einen Fehler zu finden, aber das nur am Rande.

Der 15-jährige Junge im Bus

Festerling erzählte die Geschichte des 15-Jährigen im Bus. Er hatte gegenüber den wütenden Demonstranten wohl eine „Kopf ab“-Geste gemacht. Festerling fand, die Selbstverständlichkeit, mit der der Junge so etwas tue, erinnere an den Islamischen Staat (IS). Und das sollte zu denken geben.

Dass der Junge weinte, nimmt Festerling als Beweis dafür, wie die feindlichen Eindringlinge Kinder für ihre Zwecke, für ihre Propaganda missbrauchen.

Nicht zu denken gibt Festerling das Verhalten der Polizei. Die hatte die Situation Kritikern zufolge völlig unterschätzt und schließlich die verängstigten Flüchtlinge mit Zwang aus dem Bus gebracht – weil die Beamten fürchteten, dass die Lage vollkommen außer Kontrolle geraten würde, wenn die Konfrontation nicht schnell beendet würde. So jedenfalls hieß es in einer Pressekonferenz.

Festerling wollte daran nichts kritisieren: „Die Polizei hat vollkommen korrekt gehandelt.“

Festerling ging sogar so weit, den Widerstand gegen Flüchtlinge als "Notwehr" zu bezeichnen, gegen die "Umvolkung", die die europäischen Kulturen gefährde.

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