POLITIK
22/02/2016 07:56 CET | Aktualisiert 22/02/2016 08:38 CET

Asylbewerber-Heim in Clausnitz bekommt neuen Chef

dpa

Das Asylwohnprojekt in Clausnitz bekommt einen neuen Leiter. Das berichtet die Zeitung "Freie Presse" aus Chemnitz. Noch steht aber nicht fest, wer den aktuellen Leiter Thomas Hetze ersetzt. Umstritten war, dass Hetze Mitglied der AfD ist.

Der Grund für den Wechsel, wie die Zeitung schreibt: "Wir haben die Entscheidung zum Schutz seiner Person und durch die bundesweite Diskussion über ihn getroffen", sagte der Landrat Matthias Damm (CDU) laut der Zeitung. Die Arbeit von Hetze sei "nicht zu beanstanden" gewesen.

"Vorfälle in Clausnitz sind erschreckend und unerträglich"

Wer die Funktion endgültig übernimmt, soll sich in Kürze entscheiden. Die Polizei in Chemnitz hat derweil mit einer Sonderkommission die Ermittlungen zu den Vorfällen in Clausnitz aufgenommen. Sie warf den Flüchtlingen vor, provoziert zu haben.

In Clausnitz kam es vergangene Woche zu fremdenfeindlichen Protesten gegen Asylbewerber, die in Wohnungen in der sächsischen Kleinstadt ziehen sollten. Im sächsischen Bautzen wurde später ein Asylbewerberheim in Brand gesteckt. Die Menschen, darunter auch Kinder, bejubelten das Feuer.

Politiker in Sachsen haben die fremdenfeindlichen Vorfälle in Clausnitz und Bautzen scharf verurteilt. "Es ist erschreckend und unerträglich, wie enthemmt und respektlos der Hass auf Ausländer offen zur Schau getragen wird. Hier sind die Grenzen der Humanität und des Anstandes ganz klar überschritten", sagte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) der "Bild"-Zeitung.

"Lassen uns von Hohlköpfen nicht die Stadt kaputt machen"

Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (parteilos) kündigte nach dem Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft in seiner Stadt im ARD-"Morgenmagazin" an: "Wir lassen uns das nicht gefallen. Wir lassen uns von ein paar Hohlköpfen nicht die Stadt kaputt machen."

In der Vergangenheit sei in Sachsen bereits einiges schief gelaufen; zu lange seien Dinge relativiert worden. Auch geistiger Brandstiftung, wie der von Sachsens AfD-Vorsitzender Frauke Petry, müsse stärker entgegengetreten werden. "Wir werden in Sachsen über eine gemeinsame Strategie in der Politik nachdenken müssen", sagte Ahrens. Er hoffe, dass der Vorfall für die Mehrheit der Bevölkerung in seiner Stadt ein "Weckruf" sei.

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