POLITIK
22/02/2016 22:32 CET | Aktualisiert 23/02/2016 01:18 CET

Clausnitz: Petry gesteht die Wahrheit über die Rolle der AfD

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Die AfD-Vorsitzende Frauke Petry

Die AfD spielte in der Pöbelnacht von Clausnitz offenbar eine große Rolle. Mitglieder der Alternative für Deutschland haben bei der fremdenfeindlichen Protestaktion mitgemacht.

Dies hat die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, zugegeben. In der Sendung "Unter den Linden" im Fernsehsender Phönix sagte sie, dass bei der fremdenfeindlichen Protestaktion im sächsischen Clausnitz auch AfD-Mitglieder beteiligt waren.

Sie wies jedoch Vorwürfe, ihre Partei habe diese Proteste organisiert, zurück. "Es ärgert mich, dass so etwas in Sachsen passiert, zumal wenn eigene Mitglieder beteiligt sind. Ich weise aber Gerüchte zurück, dass AfD-Mitglieder dies organisiert haben", erklärte Petry in der Sendung am Montag.

Derzeit finde in den Medien eine Vorverurteilung statt. Diese basierten nur auf Gerüchten. "Wir glauben, dass Protest notwendig ist, aber nicht gegen Personen, die nach Deutschland einreisen, sondern gegen diejenigen, die diese Migrationspolitik zu verantworten haben", so die AfD-Chefin weiter.

Kaum ein Bürger verstehe noch die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. "Was wir auf der Straße sehen, sind Symptome, aber nicht die Ursache", meinte Petry. Sie ist der Ansicht, dass viele Einreisende nicht unter den Flüchtlingsstatus fielen. "Ein Großteil der Menschen, die nach Europa kommen, sind gar keine Flüchtlinge, sondern Wirtschaftsmigranten."

In dem sächsischen Ort pöbelte ein Mob gegen die Ankunft von Flüchtlingen. Am Donnerstagabend vergangener Woche hatten sich zeitweise bis zu 100 Menschen vor dem Flüchtlingsheim versammelt und versucht, die Ankunft der Asylbewerber in einem Bus mit einer Blockade zu verhindern. Auf Facebook veröffentlichte Videos von weinenden und verängstigten Flüchtlingen brachten den Ort in die Schlagzeilen.

Dabei geriet der Leiter Flüchtlingsheimes unter Verdacht. Denn Thomas Hetze ist AfD-Mitglied. Er wird verdächtigt, den Zeitpunkt der Ankunft des Flüchtlingsbusses verraten zu haben. Trotz seiner politischen Ausrichtung wurde er als Betreuer für Flüchtlinge eingestellt. Das Einstellungsgespräch bei der kreiseigenen Managementgesellschaft GSQ habe ergeben, dass Hetze für den Job qualifiziert sei, teilte der Landkreis der "Süddeutschen Zeitung" mit. Von seiner Mitgliedschaft bei der AfD habe man zu dem Zeitpunkt nichts gewusst. "Erst danach gab es Gerüchte".

Hetzte hatte in Holzhau einen Stammtisch für die AfD organisiert. Danach sei seine politische Einstellung Ende Januar bei einer Bürgerversammlung offen thematisiert worden, berichtet die Zeitung weiter. Der Impulsvortrag der Veranstaltung stand demnach unter dem Motto "Asyl und andere politische Amokfahrten".

Die Proteste wurden von seinem Bruder organisiert. In einem Interview des Fernsehmagazins "Exakt" des MDR drückte der Mann sein Bedauern aus. "Wir wollten nur sehen, wer kommt. Es war eine kurzfristige Aktion", sagte er. "Es wurde hochgeputscht." Er und seine Mitstreiter aus dem Dorf hätten zeigen wollen, dass man nicht mit der Asylpolitik in Deutschland einverstanden sei. Inzwischen hat Hetze die Leitung des Heimes abgegeben.

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