WIRTSCHAFT
22/02/2016 09:52 CET | Aktualisiert 22/02/2016 14:30 CET

Arbeitsrecht und Urlaubsplanung: Was ihr beachten solltet

Tim Robberts via Getty Images
Wer seinen Urlaub plant, sollte das Gesetz und seinen Vertrag kennen

Die ersten Wochen im neuen Jahr sind vorbei. Der Frühling naht. Viele nutzen die Zeit, um sich mit dem Urlaub 2016 auseinanderzusetzen. Die einen müssen es, weil im Team eine Jahresplanung üblich ist. Die anderen machen es vielleicht freiwillig, um rechtzeitig ihre Reise zu buchen. Aber was gibt es dabei eigentlich zu beachten?

Wie hoch ist der Urlaubsanspruch?

Das Wichtigste zu erst: In Deutschland hat jeder Arbeitnehmer bei einer Sechs-Tage-Woche Anspruch auf mindestens 24 Tage Urlaub im Jahr. Das ist im Bundesurlaubsgesetz so festgeschrieben. Umgerechnet auf eine Fünf-Tage-Woche beläuft sich das Mindestmaß an Urlaubstagen auf 20.

Anteilig stehen euch diese gesetzlich zugesicherten Urlaubstage auch während der Probezeit zu. Das bedeutet, für jeden vollen Monat in einem Unternehmen erwerbt ihr einen "Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubes", sagt das Gesetz. Habt ihr eine Sechs-Tage-Woche, stehen euch je Monat Arbeiten zwei Tage Urlaub zu. Nach sechs Monaten habt ihr Anspruch auf den vollen Urlaub, heißt es auf "afa-anwalt.de".

Aber das ist nur das Minimum. Nach der Warte- beziehungsweise Probezeit können euch vertraglich auch mehr Urlaubstage zustehen.

So kann euch der Arbeitgeber weitere Tage freiwillig gewähren. Manchmal sind auch in Tarifverträgen weitere freie Tage festgesetzt.

Was ist bei der Urlaubsplanung zu beachten?

Bei der Terminierung des Urlaubs seid ihr theoretisch recht frei. Dem Gesetz zufolge müssen Wünsche des Arbeitnehmers berücksichtigt werden. Doch wir sind ja nicht alleine im Unternehmen und daher hat der Gesetzgeber auch gleich die Ausnahmen im selben Satz definiert:

  • Das sind einerseits "dringende betriebliche Belange". So haben zum Beispiel Angestellte im Einzelhandel unter Umständen "Urlaubssperre" während des Weihnachtsgeschäfts. Dieses Beispiel nennt das Personaldienstleistungsunternehmen "Robert Half" in seinem Blog.
  • Das sind andererseits "Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen". Denn es ist ja durchaus wahrscheinlich, dass man nicht der einzige ist, der Urlaub zu diesem bestimmten Zeitpunkt machen will. Eltern von schulpflichtigen Kindern bevorzugen vermutlich Ferien für ihren Urlaub. "Einen Anspruch darauf haben berufstätige Eltern allerdings nicht", heißt es in dem Blog.

Und auch die Länge des Urlaubs hat der Gesetzgeber festgehalten: Als Arbeitnehmer hat man - bei einer Sechs-Tage-Woche - das Recht, zwölf Tage in Folge frei zu bekommen. Dafür müssen aber auch entsprechend viele Urlaubstage eben noch nicht genommen worden sein.

Können Urlaubstage verfallen?

Plant ihr vor diesem Hintergrund nun euren Urlaub, solltet ihr bedenken: Per Gesetz muss der Urlaub im laufenden Kalenderjahr gewährt und genommen werden. Es ist also nicht ohne Weiteres möglich, Urlaubstage in das nächste Jahr zu übertragen. Außer betriebliche oder persönliche Gründe wie Krankheit oder Urlaubssperre rechtfertigen diesen Schritt, schreiben die AfA-Anwälte.

Übrigens: Wer im Urlaub krank wird und das durch ein ärztliches Zeugnis auch nachweisen kann, dem werden diese Tage nicht auf den Urlaub angerechnet.

Auch auf HuffPost:

Polizei warnt: Darum sollten Sie im Urlaub keine Selfies posten

Lesenswert

Ihr habt auch ein spannendes Thema?

Die Huffington Post ist eine Debattenplattform für alle Perspektiven. Wenn ihr die Diskussion zu politischen oder gesellschaftlichen Themen vorantreiben wollt, schickt eure Idee an unser Blogteam unter blog@huffingtonpost.de.