POLITIK
21/02/2016 03:04 CET | Aktualisiert 21/02/2016 03:43 CET

Flut von Asylanträgen: Postmitarbeiter sollen beim Bundesamt für Flüchtlinge (Bamf) helfen

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Postmitarbeiter sollen über Asylanträge entscheiden

Mehr als 770.000 unbearbeitete Asylanträge stapeln sich beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf). Seit Monaten ist die Behörde, ohne die in der deutschen Flüchtlingspolitik nichts geht, hoffnungslos überlastet.

Jetzt sollen offenbar Post-Mitarbeiter einspringen. Die Deutsche Post AG solle mit 300 Beamten aushelfen, um die Entscheidungen über Asylanträge zu beschleunigen. Das geht aus einer Rundmail hervor, die der "Bild am Sonntag" vorliegt.

Darin würden Postbeamte aus dem gehobenen Dienst aufgerufen, für sechs bis zwölf Monate freiwillig zum Bamf zu wechseln, berichtet das Blatt. Dafür bekämen sie eine Brutto-Zulage von 119,05 Euro monatlich. Erwartet würden Konfliktfähigkeit und die Bereitschaft zum Schichtdienst zwischen 7 und 22 Uhr.

Bevor die Postbeamten über Asylanträge entscheiden, sollten sie eine Schulung im Bamf-Qualifizierungszentrum bekommen.

Das Bamf müsste eigentlich 6000 Entscheidungen am Tag schaffen, im Januar waren es allerdings nur 600 gewesen. Im Bamf versuchte man einerseits, die Lage mit Schnellverfahren in den Griff zu bekommen, andererseits solle die Zahl der Entscheider bis Ende März von 1000 auf 1700 bis 1800 Steigen. Derzeit hat das Bamf insgesamt 3500 Mitarbeiter, bis Jahresmitte sollen es 6300 sein, plus 1000 Aushilfen aus anderen Behörden.

Burkhard Lischka, innenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, lobt die Aktion: "Es geht nicht um Postboten, sondern um Verwaltungsbeamte. Das ist nicht anrüchig." Entscheidend sei, dass endlich alle offenen Stellen im Bamf besetzt würden.