POLITIK
19/02/2016 15:00 CET | Aktualisiert 19/02/2016 15:00 CET

Vier Anzeichen dafür, dass Russland die deutsche Öffentlichkeit manipuliert

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Russlands Präsident Wladimir Putin nimmt auf vielen Wegen Einfluss in Deutschland

Jetzt wird es Angela Merkel und ihren Ministern offensichtlich zu bunt. Medienberichten zufolge hat die Regierung Geheimdienste beauftragt zu beobachten, wie Russland mit Propaganda in Deutschland Einfluss nimmt.

Putin manipuliert die deutsche Öffentlichkeit nicht erst seit gestern, wie diese vier Beispiele zeigen:

1. Stimmungsmache gegen Flüchtlinge mit Falschmeldungen

Immer wieder berichteten russische Medien in den vergangenen Wochen über frei erfundene Straftaten von Flüchtlingen, die in Deutschland leben. Zuletzt wurde der Fall einer 13-Jährigen Russlanddeutschen verbreitet, die von mehreren Flüchtlingen festgehalten und vergewaltigt worden sein soll. Die deutsche Polizei stellte öffentlich klar, dass das nicht stimmt.

Trotzdem demonstrierten Russlanddeutsche in mehreren deutschen Städten gegen Migranten. Vor dem Kanzleramt kamen Ende Januar rund 700 Menschen zusammen – viele von ihnen Russlanddeutsche.

Angestachelt durch die Lügen-Berichte russischer Medien, die viele Russlanddeutsche verfolgen, kamen zahlreiche Teilnehmer. Auffällig: Die Plakate mit Aufschriften wie „Wir leben in einem Land, wo die Monster frei sind“, ähnelten sich optisch sehr und legen die Vermutung nahe, dass die Demonstration zentral vorbereitet wurde.

2. Machenschaften mit rechten Parteien

Putin hofiert die rechten Parteien in Deutschland und versucht so Einfluss auf die Polit-Landschaft zu nehmen. Berichte über mögliche Gold-Geschäfte mit der Alternative für Deutschland (AfD) ließen in der Vergangenheit bereits aufhorchen. Die AfD finanziert sich auch mit Goldgeschäften. Über ein Eingreifen Putins hätte dieser Macht über die Partei gewinnen können.

Rechte Parteien liegen nicht selten auf einer Linie mit Kreml-Propaganda. Die NPD etwa schrieb in der Vergangenheit auf ihrer Facebook-Seite: „Der russische Präsident Putin ist immer wieder erfrischend und zeigt, wie Politiker sein sollten.“

3. Kommentar-Trolle im Internet

Der Kreml kennt die Macht sozialer Medien und nutzt diese gezielt – auch in Deutschland. Dafür werden sogenannte Trolle bezahlt. Deren Aufgabe ist es, in Internet-Foren oder sozialen Netzwerken Diskussionen im Sinne des Kremls anzuheizen. Die britische Zeitung „Guardian“ berichtete bereits 2012, dass der Kreml für positive Kommentare Geld ausgebe.

4. Russische Medien in Deutschland

Russische Medien wie der Nachrichtensender „Russia Today“ richten sich auch an Deutsche ohne russische Wurzeln. Die Seite verbreitet Nachrichten im Sinne des Kremls – auf Deutsch. So werden dort beispielsweise Reden von Russlands Präsident Wladimir Putin übersetzt veröffentlicht oder Pegida-Demos live übertragen.

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