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19/02/2016 11:58 CET | Aktualisiert 19/02/2016 13:06 CET

"Wer die Nachtigall stört": Autorin Harper Lee ist tot

Harper Lee ist tot
Chip Somodevilla/Getty Images
Harper Lee ist tot

Die Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee ist gestorben. Sie wurde 89 Jahre alt. Dies bestätigte ihr Verlag HarperCollins am Freitag.

Bekannt wurde sich durch den Bestseller "Wer die Nachtigall stört", der sich über 40 Millionen Mal weltweit verkauft hat. Es gilt als eines der bekanntesten Bücher der Gegenwart. Sie selbst blieb ein Leben lang rätselhaft.

Ihr berühmter Roman über Rassismus und Lynchjustiz im Süden der USA war bereits 1960 unter dem Titel "To Kill a Mockingbird" erschienen und hatte ihr ein Jahr später einen Pulitzer-Preis eingebracht.

Hauptfiguren sind die neujährige Scout und ihr Vater Atticus Finch, ein Anwalt der einen als Vergewaltiger angeklagten Schwarzen verteidigt und dafür im Ort angefeindet wird. Die Verfilmung mit Gregory Peck von 1962 wurde ebenfalls zum Klassiker.

Erst 2015 wurde dann ein zweiter Roman der Autorin unter dem Titel "Gehe hin, stelle einen Wächter" veröffentlicht, allerdings mit weit weniger Erfolg. Hauptpersonen sind wieder Scout und Atticus, die Handlung ist jedoch 20 Jahre später angesiedelt.

Geschrieben hatte Lee das Werk schon vor "Wer die Nachtigall stört" in den 1950er Jahren. Leser zeigten sich enttäuscht, dass Atticus im zweiten Buch keineswegs heldenhaft beschrieben wird, sondern eher engstirnig. Neben dem berühmten Roman brachte Lee vor allem Kurzgeschichten heraus.

Die am 28. April 1926 in Alabama geborene Autorin lebte Zeit ihres Lebens auch immer wieder in New York. Dort schrieb sie auch ihr berühmtes Werk. Der Ort der Handlung ist jedoch von ihrem Heimatort Monroeville in Alabama inspiriert, der dem fiktiven Ort Maycomb im Buch ähnelt.

Auch der Inhalt von "Wer die Nachtigall stört" ist teilweise autobiografisch. Lees Vater arbeitete in Alabama ebenfalls als Anwalt.

Trotz ihres Ruhms galt Lee als scheu und rätselhaft. Seit den späten 1960er Jahren gab sie keine Interviews mehr, zu ihrem Buch und ihrer Karriere äußerte sie sich über Jahrzehnte grundsätzlich nicht. Erst in jüngster Zeit wich sie von dieser strikten Linie ab und erlaubte die Veröffentlichung von "Wächter".

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