LIFE
18/02/2016 14:14 CET | Aktualisiert 19/02/2016 10:52 CET

Albtraum: Manche leiden eher darunter

Albträume suchen auch Erwachsene auf
Voyagerix via Getty Images
Albträume suchen auch Erwachsene auf

Ein Mörder jagt durch die Gassen, aus einem dunklen Moor gibt es kein Entrinnen und plötzlich beginnt die schlimmste Prüfung des Lebens - die Welt, die wir kennen, bricht auseinander. Ihr wollt schreien, aber kein Ton kommt über eure Lippen.

Und dann öffnet ihr die Augen und findet euch in eurem Bett wieder. Mit klopfendem Herzen und mit kaltem Schweiß auf der Stirn.

Besonders in der Kindheit lassen Horrorszenarien uns schlecht schlafen. Später im Leben werden die Albträume weniger, verschwinden aber nicht. Rund fünf Prozent der erwachsenen Deutschen haben sogar mehrmals in der Woche Albträume, darunter mehr Männer als Frauen, wie das Wissensmagazin "Spektrum" meldet.

Wenn der Leidensdruck zu groß wird

"Albträume hat jeder mal. Zum Problem werden sie erst, wenn ein starker Leidensdruck entsteht", sagt Judith Koppehele-Gossel vom Institut für Psychologie an der Universität Bonn, wie der Sender N24 auf seiner Internetseite berichtet.

Das bedeutet, die Träume lassen den Betroffenen auch tagsüber nicht los, machen ihm Angst. Manchmal so sehr, dass er nicht mehr einschlafen will. Auch kann er sich nicht mehr richtig konzentrieren, wirkt launisch, heißt es weiter.

Die Berliner Psychotherapeuten Monica Frye und Joachim Helling spezifizieren dies noch weiter: Denn sind Erwachsene nach den wiederkehrenden Träumen rasch wach, orientiert und erinnern sich zudem sehr detailliert an das Geträumte, können sie sogar unter einer Angsttraumstörung leiden, einer Art von Schlafstörung.

Welche Ursachen sich hinter den immer wiederkehrenden Albträumen verbergen, konnte die Wissenschaft bisher noch nicht abschließend klären. Aber es gibt Menschen, die eher davon heimgesucht werden als andere. Das sind:

  • Menschen mit posttraumatischer Belastungsstörung. In ihren Albträumen kehrt meist ein Thema immer wieder.
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen wie Angststörungen oder einer Sucht, da diese dem Wissensmagazin zufolge überhaupt schlechter schlafen.
  • Menschen, die unter Stress leiden.
  • dünnhäutige, sensible Menschen oder auch ängstliche, reizbare und depressive Menschen.

Auch Medikamente wie Blutdrucksenker und Antidepressiva und Alkohol können Albträume den Experten nach begünstigen.

Was man gegen die Albträume tun kann

Wiederkehrende Albträume sind jedoch nichts, was es stoisch zu ertragen gilt. Zum Beispiel kann man sich beim Hausarzt Hilfe suchen, der einen gegebenenfalls zu einem Psychotherapeuten oder Schlafmediziner vermittelt. In Notfällen gibt es auch Medikamente für Betroffene.

Entspannungstechniken wie Autogenes Training vor dem Einschlafen können ebenfalls helfen. Zudem gibt es Techniken, wie man nach dem Erwachen mit einem Albtraum umgehen kann. Zum Beispiel ein Traumtagebuch führen oder den Albtraum hinterfragen, heißt es auf der Seite des Nachrichtensenders.

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