POLITIK
19/02/2016 13:44 CET

SATIRE: Gemeinsame Sache: So sollen AfD und NPD sich gegenseitig bei den Wahlen "helfen"

Getty Images

Seit die NPD 1969 den Einzug in den Bundestag knapp verpasste, rückte das Ziel, in der nationalen Politik mitzumischen, immer weiter in die Ferne. 2017 soll es jetzt mit der zunehmenden Radikalisierung der Bevölkerung durch die Flüchtlingskrise endlich klappen, dass rechte Parteien es über die Fünf-Prozent-Hürde schaffen.

Der nächste Schritt: Der Erfolg bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt am 13. März. Während die „Alternative für Deutschland“ es in den letzten beiden Jahren in der Opposition von fünf Landesparlamenten schaffte (Sachsen, Brandenburg, Thüringen, Hamburg, Bremen), sitzt die NPD nur seit 2011 in die Fraktion von Mecklenburg-Vorpommern unter den Landesparlamenten.

Ein perfider Plan soll den Rechten nun die Sprünge „helfen“: NPD und AfD tun sich auf einem vermeintlichen Wahlplakat zusammen, das jetzt auf Facebook kursiert.

Schließlich sind sich die beiden Parteien in letzter Zeit gar nicht mehr so fern: Während die AfD nach ihrer Gründung 2013 noch als rechte beziehungsweise rechtspopulistische Partei halt, distanzierte sich mittlerweile sogar die rechtsextreme NPD von Aussagen von AfD-Politikern, die für den Grenzschutz den Einsatz von Schusswaffen gegen Flüchtlinge erlauben wollten.

In ihrem Extremismus der NPD nachstehen tut die AfD seit der Radikalisierung durch das Flüchtlingsthema also nicht mehr. Damit werden die Parteien noch klarer direkte Konkurrenten im Stimmenfang am rechten Rand.

Was also tun, damit man sich nicht gegenseitig die Wähler wegnimmt? Das Plakat soll Abhilfe schaffen: Wer einfach Kreuze bei beiden Parteien macht, soll quasi durch eine Doppelwahl gleich beide rechte Parteien unterstützen können und sich nicht mehr entscheiden müssen! Der passende Hashtag: #2KreuzefuerDeutschland!

Guerilla-Plakate für die Landtagswahlen am 13. März in Baden-Württemberg.Das sollte jeder Sympathisant berücksichtigen!...

Posted by Patrick Karch on Mittwoch, 17. Februar 2016

Während das obenstehende Plakat speziell für Baden-Württemberg erstellt wurde, soll in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt ein etwas abgeänderte Version verbreitet werden.

Hier gibt es nämlich im Gegensatz zu Baden-Württemberg die Zweitstimme in der Wahl. Die solle man doch dann für die zweite Partei nutzen anstatt mit den beiden Stimmen einen Kandidaten aus seinem Wahlkreis und die Landesliste einer Partei zu wählen:

afd npd

Dass in beiden Fällen natürlich der Stimmzettel ungültig wird, soll einen dabei nicht stören. Immerhin hat man seine Solidarisierung mit rechtem Gedankengut – ob es nun aus der NPD- oder AfD-Ecke kommt – kundgetan.

Auftrag erfüllt also – und gleichzeitig dem Rest von Deutschland vor einem bösen Erwachen bei den Landtagswahlen bewahren.

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