POLITIK
18/02/2016 02:46 CET | Aktualisiert 18/02/2016 02:50 CET

Journalisten berichten aus Angst nicht mehr über Legida

Das Bild zeigt eine Pegida-Demo in Dresden.
Getty Images
Das Bild zeigt eine Pegida-Demo in Dresden.

Pöbeleien gegen Journalisten gehören zum Alltag der Pegida-Bewegung und ihrer Ableger. Doch immer wieder werden Medienvertreter nicht nur verbal attackiert. In Leipzig zog ein Medium jetzt Konsequenzen.

Nach wiederholten Angriffen auf Journalisten stellt die Leipziger Internetzeitung (LIZ) ihre Live- Berichterstattung über das islam- und fremdenfeindliche Legida-Bündnis vorerst ein. Legida ist der Leipziger Ableger von Pegida. Die Kollegen würden zunehmend im Stich gelassen und vor Ort "unausgesetzt bedroht und attackiert", erklärte die Online-Zeitung am Dienstag und erhob Vorwürfe gegen die Polizei.

Ein Gespräch mit dem Leipziger Polizeipräsidenten Bernd Merbitz habe bisher zu keiner Veränderung der Bedrohungslage geführt. Einen Schutz für die Kollegen gebe es während der Legida-Aufmärsche nicht. Drohungen, Vermummungen, das Blenden von Journalisten würden nicht unterbunden. Auch seitens der sächsischen Staatsregierung fehlten nachhaltige Signale.

Die Leipziger Internet-Zeitung entstand 2004 und hat nach eigenen Angaben derzeit rund 150 000 Unique-User. Das ist die Anzahl unterschiedlicher Besucher einer Website innerhalb eine bestimmten Periode. Hinter der Zeitung steht das Unternehmen Mitteldeutsche Online Medien, eine Unternehmergemeinschaft von Journalisten. Ihre Berichterstattung konzentriert sich auf den Großraum Leipzig.

Über Legida hatte LIZ mit einem Live-Ticker inklusive Videos, Fotos und Kommentaren berichtet. Anlass für den Verzicht auf diese Berichterstattung sei ein Vorfall am 1. Februar gewesen, bei dem ein Legida-Anhänger einen Fotografen der LIZ von einem Podest geschubst habe, erklärte Marketingchef Robert Dobschütz auf Anfrage. Man wolle nun sehen, ob die Polizei endlich Antworten auf diese Situation finde.

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