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18/02/2016 14:41 CET | Aktualisiert 18/02/2016 18:07 CET

Spielte ein großes Funkloch auf der Unglücksstrecke von Bad Aibling eine Rolle im Drama?

Spielte ein großes Funkloch auf der Unglücksstrecke von Bad Aibling eine Rolle im Drama?
dpa
Spielte ein großes Funkloch auf der Unglücksstrecke von Bad Aibling eine Rolle im Drama?

Auf einem Teil des Abschnitts der Unglücksstrecke bei Bad Aibling gibt es nach einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" ein großes Funkloch. Bereits seit sechs Jahren existiere das Empfangsloch im digitalen Zugfunk GSM-R, dadurch seien schnelle Notrufe erschwert. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht vom Freitag auf interne Unterlagen der bundeseigenen DB Netze, die das Schienennetz betreibt.

Der Fahrdienstleiter, der durch einen Fehler das Zugunglück mit elf Todesopfern verursacht haben soll, hatte nach Angaben der Staatsanwaltschaft noch einen Notruf an die Lokführer abgesetzte. Dieser sei aber ins Leere gegangen.

Bahn: Bei letzter Prüfung kein Funkloch

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf dpa-Anfrage, das Unternehmen überprüfe regelmäßig die GSM-R-Funkversorgung auf der betroffenen Bahnstrecke - unabhängig von den laufenden Ermittlungen der zuständigen Behörden, deren Ergebnis abzuwarten sei. Bei der zurückliegenden Überprüfung sei die vollständige Funkausleuchtung für den Streckenabschnitt zwischen Bad Aibling und Kolbermoor festgestellt worden, erklärte er am Donnerstag. Wann diese Überprüfung stattgefunden hat, konnte er nicht sagen.

Der betroffene Fahrdienstleiter soll mit einem Sondersignal einen verspäteten Zug auf die eingleisige Strecke geschickt haben, obwohl er dies nach Überzeugung der Ermittler nicht hätte tun dürfen. Als der Mann seinen Fehler bemerkte, habe er den Notruf abgesetzt. Die beiden Züge stießen zusammen. Elf Menschen starben, 85 wurden verletzt. Gegen den Mann wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

UPDATE 23.06 Uhr: Die Bahn hat mit einer Pressemitteilung auf den Bericht der "Stuttgarter Zeitung" reagiert: "Die DB stellt klar: Unabhängig von den laufenden Ermittlungen der Behörden, deren Ergebnis abzuwarten bleibt, prüft die Bahn regelmäßig ihr digitales Zugfunknetz GSM-R. Bei der letzten Überprüfung wurde festgestellt, dass für die Strecke Kolbermoor - Bad Aibling die vollständige Funkausleuchtung gewährleistet ist. Die Behauptung der Stuttgarter Zeitung entspricht somit nicht den Tatsachen und ist schlichtweg falsch. Entgegen einer weiteren falschen Behauptung der Stuttgarter Zeitung wurde die Sendeleistung des digitalen Zugfunks GSM-R nicht reduziert. Sie entspricht den europäischen Vorgaben für GSM-R"

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