POLITIK
18/02/2016 07:01 CET | Aktualisiert 18/02/2016 07:29 CET

"Deutliches Ungleichgewicht": AfD-Chefin Petry wirft Kirche Bevorzugung von Muslimen vor

dpa

AfD-Chefin Frauke Petry hat schwere Vorwürfe gegen die Kirche in Deutschland erhoben. In einem Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" sagte sie, dass sie die Haltung der katholischen Kirche in der Flüchtlingskrise für "verlogen" hält.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, hatte der AfD zuvor eine "radikale Hasssprache" vorgeworfen.

Hier gibt es ein deutliches Ungleichgewicht

Petrys Vorwurf an die Kirche: "Inzwischen erheben einige Amtsträger der deutschen Kirchen ihre Stimme offenbar mehr für Muslime als für die eigenen Glaubensbrüder." Hier gebe es ein deutliches Ungleichgewicht, sagte sie dem Blatt.

Wenn sich die Kirchenoberen wirklich mit den Folgen der Flüchtlingsbewegung auseinandersetzen würden, müssten sie die Hilferufe ihrer christlichen Mitbrüder im Mittleren Osten hören, erklärte die AfD-Vorsitzende. "Wir erleben in vielen Ländern, dass es Christen in muslimischen Ländern gegenwärtig sehr schwer haben."

Hilfsbereitschaft ersetzt nicht staatliches Handeln

Eine menschlich mitfühlende Haltung sei "im Einzelfall zu begrüßen", sagte Petry. "Man kann einen Gast beherbergen. Das kann jedoch für ein Land keine generelle Lösung sein. Persönliche Hilfsbereitschaft ersetzt nicht staatliches Handeln."

Petry hatte sich schon mehrfach mit der katholischen Kirche angelegt. So hatte sie Anfang Februar scharf kritisiert, dass Politiker ihrer Partei beim 100. Katholikentag Ende Mai in Leipzig nicht zu Wort kommen sollen.

Auf MDR Info warf sie der katholischen Kirche anschließend eine "Unkultur des Nicht-Miteinander-Redens" vor. Sie könne nachvollziehen, dass das Kirchentagsthema "Flucht und Migration" hochemotional sei. Die Kirche zeige sich aber an dieser Stelle "diskussionsunfähig, wenn sie einen wichtigen politischen Akteur in Deutschland ausblendet", sagte sie dem Sender.

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