POLITIK
17/02/2016 09:09 CET | Aktualisiert 17/02/2016 09:09 CET

Fall Uwe Barschel: "Es war Suizid"

Carsten Rehder
Uwe Barschel hat seinem Leben selbst ein Ende gesetzt

Uwe Barschel. Der Name ist fest verknüpft mit einem der größten Politikskandale Deutschland. 1987 musste damalige schleswig-holsteinische Ministerpräsident zurücktreten, weil ein Referent aus seiner Staatskanzlei den SPD-Oppositionsführer Björn Engholm bespitzeln ließ und mit üblen Tricks unter Druck gesetzt hatte. Und das kurz vor der Landtagswahl.

Wenige Wochen später wurde er in einem Hotel aufgefunden. Tot. War es Mord oder Suizid? Anfang des Monats erinnerte ein ARD-Themenabend an diesen Fall - und nun wird die wirkliche Todesursache tatsächlich bekannt.

"Es war Suizid“, sagt Werner Janssen, Professor für Pathologie und Rechtsmedizin, in der Wochenzeitung "Die Zeit". Er nennt damit erstmals nach 29 Jahren öffentlich die Ergebnisse aus dem von ihm 1987 verfassten Sektionsprotokoll zum Todesfall Uwe Barschel.

Janssen, seinerzeit Direktor des Hamburger Universitätsinstituts für Rechtsmedizin, hatte den Leichnam gemeinsam mit seinem Leitenden Oberarzt Klaus Püschel obduziert.

Die Sektion habe 6 bis 8 Stunden gedauert, erinnert sich der heute 91-Jährige: "Dreimal so lange wie üblich.“ Am Ende kamen sie gemeinsam mit dem Hamburger Toxikologieprofessor Achim Schmoldt zum selben Schluss: Suizid durch Medikamentenmissbrauch.

Ärzte schlossen Fremdeinwirken aus

Im Protokoll heißt es der "Zeit" zufolge: "Eine versehentliche Überdosierung bei einem bewusstseinsklaren Menschen ist angesichts dieser Substanzmengen nicht denkbar; ebenso unwahrscheinlich ist die Möglichkeit einer unbemerkten Beibringung. Nach den vorliegenden Erkenntnissen gibt es keinen Anhalt für eine Beibringung der zum Tode führenden Substanzen unter äußerem Zwang.“

Ein bei der Sektion entdecktes Hämatom im oberen linken Stirnbereich des Leichnams hatte damals für Aufregung gesorgt. Fremdeinwirkung durch einen Schlag schlossen die Hamburger Ärzte jedoch aus.

"Viel naheliegender war es, dass Barschel sich diese Unterblutung selbst zugezogen hatte, etwa am Türrahmen oder durch Aufstoß am Badewannenrand“, erklärt Janssen der Zeitung: "Ich sage noch einmal, es war Suizid. Ich hoffe, man lässt Uwe Barschel jetzt endlich ruhen.“

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