POLITIK
18/02/2016 00:29 CET | Aktualisiert 18/02/2016 07:02 CET

Statistik: So groß ist das Problem mit kriminellen Nordafrikanern

DPA
Polizisten bei einer Razzia im "Mahgreb-Viertel in Düsseldorf"

Neue Polizeistatistiken zeigen erschreckende Zahlen zur Kriminalität von Nordafrikanern. Straftaten von Verdächtigen aus diesem Raum haben in Nordrhein-Westfalen stark zugenommen. Das Bundesland geht daher einen drastischen Schritt, um der Situation Herr zu werden.

Zum Beispiel die Straftaten von Algerien. Zwischen 2013 und 2015 hat die sich auf über 13.200 versechsfacht. Auch die Taten von marokkanischen Verdächtigen sind stark angestiegen: um 36 Prozent auf mehr als 14.700. Das geht aus einem gestern veröffentlichten Bericht des nordrhein-westfälischen Innenministers Ralf Jäger (SPD) zur "Situation der Asylbewerber aus nordafrikanischen Herkunftsstaaten" hervor. Die "Bild"-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Nordafrikaner werden auffallend oft straffällig. "Zuwanderer aus dem nordafrikanischen Raum treten zunehmend überproportional als Straftäter - vorrangig in großen Städten - in Erscheinung“, heißt es im Bericht des NRW-Innenministeriums. "Häufig handelt es sich bei den Tatverdächtigen um alleine reisende junge Männer." Deliktschwerpunkte seien "Eigentums- und Rohheitsdelikte".

Die meisten Asylbewerber werden nur selten kriminell. Bei Nordafrikanern dagegen liegt die Quote erschreckend hoch. "Von 100 Marokkanern werden 33,6, von 100 Algeriern 38,6 straffällig", so das Ministerium. Und weiter: "Die Gegenüberstellung von Straftätern, Tatverdächtigen und Ermittlungsverfahren zeigt deutlich, dass sich unter den genannten Personengruppen viele Mehrfachtäter befinden."

NRW nimmt besonders viele Asylbewerber aus dieser Region auf. In der Vergangenheit hat das Bundesland die mit Abstand größte Zahl nordafrikanischer Asylbewerber aufgenommen, weil das Bundesamt die auf diese Länder spezialisierten Außenstellen in NRW angesiedelt hat.

6444 Marokkaner hat NRW im vergangenen Jahr untergebracht. Das war eine Steigerung von 353 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch bei den Algeriern verzeichnete die Statistik einen starken Zuwachs: um 299 Prozent auf 6790. Eine überproportional hohe Zahl junger Männer aus diesen Ländern war jedoch in den vergangenen Jahren auch immer wieder an Straftaten beteiligt.

Die Statistik spricht eine deutliche Sprache. Insgesamt tauchen in der vorläufigen Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) NRW für das vergangene Jahr 6208 Tatverdächtige aus Marokko und 4995 Tatverdächtige aus Algerien auf. Aus Tunesien stammen 1084 Tatverdächtige.

Das sind deutliche Steigerungsraten im Vergleich zu den Vorjahren. Laut PKS haben Algerier an Rhein und Ruhr in 2015 mehr als 13.000 Straftaten verübt - und damit mehr als doppelt so viele wie 2014. Marokkaner kommen gar auf mehr als 14.700 Straftaten. Tunesier sind mit mehr als 2000 Straftaten in der Statistik verzeichnet.

Jetzt will Nordrhein-Westfalen keine Asylbewerber aus dieser Region mehr aufnehmen. Das Land bekommt keine weiteren Marokkaner zugewiesen. Dies habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge zugesagt, berichtete Jäger.

Ihre Anerkennungsquoten seien im Asylverfahren besonders gering. Asylbewerber aus diesen Ländern sollen daher künftig in den Landeseinrichtungen bleiben und ihre Asylanträge vom Bundesamt einem beschleunigten Verfahren unterzogen werden.

Mit Material der DPA

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