POLITIK
16/02/2016 09:17 CET | Aktualisiert 16/02/2016 10:53 CET

Ermittler geben bekannt: Fahrdienstleiter verursachte Zugunglück von Bad Aibling

Peter Kneffel/dpa

Menschliches Versagen ohne Vorsatz - so lautet der aktuelle Erkentnissstand der Ermittler von Bad Aibling.

Das schwere Zugunglück wurde demnach wohl nicht durch technische Probleme, sondern durch "furchtbares Einzelversagen" des zuständigen Fahrdienstleiter verursacht, teilten die Behörden in einer Pressekonferenz am Dienstag mit.

Gegen den Mann sei ein Verfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet worden, teilte der zuständige Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese mit. "Hätte er sich regelgemäß, also pflichtgerecht, verhalten, wäre es nicht zum Zusammenstoß gekommen", fügte er hinzu.

Fahrlässigkeit als Ursache

In Untersuchungshaft befände sich der Mann nicht. Es gehe um eine fahrlässige Tat, nicht um eine vorsätzliche und um einen Strafrahmen von bis zu fünf Jahren, begründete Giese diese Entscheidung.

Auch ein Einfluss von Alkohol oder Drogen kann im Moment scheinbar ausgeschlossen werden: Eine Blutprobe habe keine Auffälligkeiten oder Hinweise auf Erkrankungen ergeben, fügte Oberstaatsanwalt Jürgen Branz hinzu.

Der Fahrdienstleiter habe, als er seinen Fehler bemerkt habe, noch einen Notruf abgesetzt, der allerdings ins Leere gegangen war, so Branz weiter.

Beim schweren Zugunglück in Bad Aibling wurden elf Menschen getötet, mehr als 80 Insassen teilweise schwer verletzt. In den vergangenen Tagen war bereits darüber spekuliert worden, ob ein fataler Fehler des Fahrdienstleiters das Unglück verursacht hatte.

Seit dem Unglück wurden 71 Fahrgäste von den Ermittlern als Zeugen vernommen, darunter auch Schwerverletzte. Die Wiederherstellung der stark beschädigten Bahnstrecke dauert immer noch an.

Mit Material von dpa

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