POLITIK
15/02/2016 06:31 CET | Aktualisiert 15/02/2016 08:21 CET

So will sich Europa von Putins Gas unabhängig machen

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Von Wladimir Putins Gas ist Europa aktuell abhängig. Noch - denn das will die EU nun ändern

Wer verstehen will, wie abhängig Europas Energieversorgung derzeit von Russland ist, der muss sich nur diese Zahl anschauen: 40 Prozent Marktanteil hat Gas aus dem Land in der EU.

Diese Abhängigkeit macht einigen Staaten gehörige Sorgen. Vor allem in Osteuropa fürchtet man sich vor Putins indirekter Macht. Schon seit einem Jahr arbeitet die Europäische Kommission deswegen an einer Energie-Union. Am Mittwoch sollen laut eines Berichts der "Welt" entsprechende Details vorgestellt werden.

Im Kern will die Europäische Kommission einen Gas-Club von EU-Ländern schaffen, der von Russland unabhängig ist. Darin sollen sich Länder untereinander absichern können, falls Russland den Gashahn zudreht. Teil dieser Gruppe sollen Deutschland, Polen und die Slowakei sein.

Um die Märkte besser zu vernetzen, sind 14 neue Projekte geplant. So will man Griechenland mit dem Norden vernetzen, außerdem sind Verbindung im Baltikum, Portugal und Spanien geplant. Darüber berichtete zuerst "Spiegel Online".

Die Europäische Kommission will sich laut "Welt" auch Gas-Verträge vor Abschluss zeigen lassen, die 40 Prozent oder mehr des Bedarfs decken. So will man sicherstellen, dass sich die Länder untereinander besser koordinieren.

Außerdem schaut sich die Europäische Kommission nach neuen Lieferpartnern um. Dazu sollen Nigeria, Katar, Ägypten, Angola, Tansania, Israel und der Libanon zählen. Zudem erwägt man Verträge mit dem Iran, Irak und Libyen.

Ein weiterer Baustein im Masterplan gegen Putin soll der verstärkte Einsatz von Flüssiggassein, berichtet die "Welt“. Flüssiggas könnte in den kommenden Jahren deutlich günstiger werden – und lässt sich auch mit Schiffen transportieren. Die europäische Gasversorgung soll so vielseitiger werden.

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