POLITIK
14/02/2016 14:32 CET | Aktualisiert 14/02/2016 15:20 CET

Tübinger Oberbürgermeister: So spotten die Grünen über Palmers Asyl-Aussagen

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wird von seinen Parteikollegen kritisiert
dpa
Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wird von seinen Parteikollegen kritisiert

Nachdem sich der Grünen-Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer, in der Flüchtlingspolitik erneut für einen härteren Kurs ausgesprochen hat, schlägt ihm jetzt heftige Kritik entgegen - auch aus seiner eigenen Partei.

So machten sich der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Volker Beck, und die "Grüne Jugend" bei Twitter über Palmer lustig.

"Ich glaube da hat ein südwestdeutscher OB zu viel Krummelus genascht", twitterte Beck in Anspielung auf Palmers Formulierung "Pippi-Langstrumpf-Politik".

Krummelus-Pillen sind eine Wortschöpfung der Schriftstellerin Astrid Lindgren. Sie sollen in den Pipi-Langstrumpf-Kinderbüchern dafür sorgen, dass die Freunde Pipi, Annika und Thomas Kinder bleiben.

Die "Grüne Jugend" postete bei Twitter ein Bild, das den Oberkörper Wladimir Putins mit einem darauf montierten Kopf Palmers auf einem pinkfarbenen Einhorn zeigt, das unter einem Regenbogen hindurch reitet.

Dazu heißt es: "Palmer will Zäune & weniger Ponyhof. Wir wollen weniger Zäune und konsequenten Menschrechtsschutz."

"Ich mache gern den Bad Boy"

Der streitbare Grünen-Politiker Palmer bringt regelmäßig seine Partei gegen sich auf. Der 43-Jährige hatte zuvor auch vor falscher Toleranz und einer Überforderung der Gesellschaft gewarnt. "Ich mache gern den Bad Boy, wenn es die Debatte weiterbringt", sagte Palmer dem "Spiegel". Es sei ein ungeheurer Kraftakt, etwas aufzugeben, was man 30 Jahre propagiert habe, sagte er mit Blick auf grüne Überzeugungen.

Seine Stadt Tübingen habe Probleme, den Andrang der Flüchtlinge zu bewältigen. In der Bevölkerung schwinde die Akzeptanz. "Spätestens seit den Übergriffen in der Silvesternacht in Köln kommen selbst grüne Professoren zu mir, die sagen: Ich habe zwei blonde Töchter, ich sorge mich, wenn jetzt 60 arabische Männer in 200 Meter Entfernung wohnen."

Der Linken-Parteichef und Spitzenkandidat in Baden-Württemberg, Bernd Riexinger, attackierte Palmer mit den Worten: "Der reaktionäre Jungspund aus Baden-Württemberg betätigt sich wieder einmal als CSU-Sprecher und offenbart, wie die Grünen heute Politik machen: unsozial, ungerecht und scheinheilig."

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