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14/02/2016 04:39 CET | Aktualisiert 14/02/2016 06:00 CET

Ein Reinfall für die Zuschauer der "Versteckten Kamera"

zdf mediathek
Steven Gätjen moderierte die "Versteckte Kamera"

Viele Zuschauer haben sich gestern Abend viel von der "Versteckten Kamera" auf dem öffentlich rechtlichem ZDF versprochen. Wer aber gehofft hat, den Abend mit einem guten Lachanfall ausklingen zu lassen, der wurde wohl heftigst enttäuscht.

Ein vielversprechendes Konzept

Dabei klang das Programm doch so viel versprechend. Steven Gätjen, der zuvor das Publikum bei Stefan Raabs TV-Show "Schlag den Star" angeheizt hat, moderierte die gestrige Ausgabe. Auf seiner Gästebank fanden acht Prominente Platz.

Darunter: Frauenschwarm Matthias Schweighöfer, Gottschalks Liebling Michelle Hunziker, die Countryband The BossHoss, Magier Uri Geller, Uwe Ochsenknecht, Andrea Sawatzki und viele mehr.

Das Konzept war einfach: Die Promis hatten die Aufgabe, jemanden reinzulegen. Wie erfolgreich sie dabei waren, wurde von einer Jury bewertet.

Damit hatte das ZDF am Samstagabend mit „Versteckte Kamera“ die besten Voraussetzungen für eine gute Familienshow:

  • Ungewöhnlich viele Promis. Darunter Größen wie Til Schweiger, Heiner Lauterbach.
  • Einen wirklich guten Moderator.
  • Ein extrem gut gelauntes Publikum.
  • Ein Konzept, das schon immer funktioniert hat, weil ein bisschen Schadenfreude immer funktioniert

Aber, um es kurz zu machen: Das ZDF hat es vergeigt.

Aus diesen drei Gründen:

1. Die Show war zu lang und auch noch voller Längen

Drei! Stunden kurzweilig zu gestalten, ist schwierig. Und es kann nicht die Lösung sein, deshalb die acht Streiche, die Promis anderen Promis oder Nicht-Promis spielten, ins gefühlt Unendliche zu dehnen. Ein bisschen mehr Tempo wäre so schön gewesen.

2. Die Ideen waren mäßig: Beispiel erster Sketch:

Im ersten Sketch foppte Moderatorin Michelle Hunziker Kinder mit sprechenden Küchengeräten. Das mag erstmal nett klingen – aber warum sollte ein sprechender Kühlschrank Kinder aus der Fassung bringen? Mit dem Handy kann man schließlich auch sprechen.

Und wenn der Kühlschrank dann ein paar Eier auf den Boden wirft und die Popcornmaschine das Popcorn in die Luft schießt - ja mei.

Der Fehler liegt hier schon in der Idee: Es ist nicht fair, Kinder wirklich richtig zu verunsichern. Und Hunziker, selbst Mutter von drei Kindern, macht das natürlich auch nicht. Aber dann funktioniert so ein Streich eben auch nicht.

3. Die Jury

Til Schweiger fungierte als Jury-Präsident. Neben ihm: Schauspieler Heiner Lauterbach und Comedian Caroline Kebekus.

Sie bewerteten die Sketche, die die anderen Promis den Opfern spielten.

Und auch hier steckt der Fehler im Konzept: Die drei können in so einem Format kaum ihren Kollegen an den Karren fahren, die die Sketche gedreht haben. Passt nicht in einen Theatersaal, in dem alle in ihren Gala-Roben sitzen.

Und so musste man schon sehr die Ohren spitzen, wenn man zwischen den Zeilen ein wenig Kritik heraushören wollte. Also hören, was nicht gesagt wurde.

Heiner Lauterbach etwa lobte bei Hunzikers Kinder-Streich alles mögliche, nur nicht die Idee. Um dann fast pflichtbewusst hinterherzuschieben, dass es doch ein prima Film gewesen sei.

Aber es hat auch gute Streiche gegeben. Beispielsweise der von Andrea Sawatzki und ihrem Mann Christian Berkel. Sie spielten ein adeliges Ehepaar das zwei Haushälterinnen auf den Arm nimmt. Das klingt doch nach einer kreativen und lustigen Idee. Und genau davon hätten wir gerne mehr gesehen.

Einfach Schade.

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