POLITIK
13/02/2016 05:39 CET | Aktualisiert 13/02/2016 05:44 CET

Dieser bitterböse Tweet zeigt die ganze Absurdität der Syrien-Verhandlungen

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Dieser bitterböse Tweet zeigt die ganze Absurdität der Syrien-Verhandlungen

Der Tweet ist böse. Eine Absage an die Hoffnung. Und so treffend:

Feuerpause in Syrien. Endlich mal wieder Zeit zum Nachladen.

Posted by ZDF heute-show on Freitag, 12. Februar 2016

Die Redaktion der Satiresendung des ZDF, der „Heute Show“, hat ihn verfasst. Und beschreibt damit sehr gut, wie schrecklich verfahren die Lage in Syrien ist. Und damit wie überaus wackelig all die Vereinbarungen sind.

Russland, die USA und wichtige Regionalmächte wie Iran, die Türkei und Saudi-Arabien hatten sich in der Nacht zu Freitag in München auf das Ziel einer Feuerpause in Syrien geeinigt. Binnen einer Woche sollen demnach die Waffen schweigen.

Dass das gelingt, ist unwahrscheinlich. Denn es geht vielen der beteiligten Mächte nur noch am Rande um Syrien selbst. Sondern vielmehr um die eigene Machtpolitik.

Russland scheint die Zeit jedenfalls grausam nutzen zu wollen. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag berichtete, haben russische Jets in der Nacht auf Samstag im Norden des Landes mindestens zwölf Angriffe geflogen. Getroffen worden seien Gebiete nahe der Stadt Asas sowie weitere Orte unweit der Grenze zur Türkei. Die Region stehe unter Kontrolle der Terrormiliz Al-Nusra-Front, islamistischer Gruppen sowie gemäßigter Rebellen der Freien Syrischen Armee (FSA). In Asas halten sich nach verschiedenen Angaben Tausende Menschen auf, die vor der eskalierenden Gewalt und Luftangriffen in der Region geflohen sind.

Russland tut alles, um Syriens Machthaber Baschar al-Assad an der Macht zu halten. Und Assad hatte in einem Interview mit der Agentur AFP erst wieder betont, ganz Syrien zurückerobern zu wollen, auch wenn es Jahre dauere. Auch der Iran steht hinter Assad.

Umgekehrt wird Saudi-Arabien viel tun, um Assad zu stürzen. Saudi-Arabien gilt als wichtiger Unterstützer von Rebellen. Saudi-Arabien geht es darum, den iranischen Einfluss zurückzudrängen. Der Iran ist der saudische Erzrivale im Nahen Osten.

Der saudische Außenminister Adel al-Dschubair sagte der „Süddeutschen Zeitung“ vom Samstag: „Außer Baschar al-Assad und einer sehr kleinen Gruppe von Personen hat jeder eine Zukunft in Syrien.“ Er forderte, dass es eine Übergangsregierung ohne Assad geben müsse. Wenn es den Beteiligten nicht ernst sei mit dem politischen Übergang, „werden die Kämpfe weitergehen, dann wird das durch Gewalt geklärt.“

Mit Material von dpa

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